Ich kann mich nicht daran erinnern, wie es ist, wenn man so richtig friert. Aber langsam, Schritt für Schritt, kommt die Erinnerung an kühlere Zeiten zurück, einfach waren die auch nicht immer. Ich erinnere mich an eine bitterkalte Nacht, ich kam von einer Feier, gegen 3 Uhr am Morgen. Es war so unfassbar kalt, dass ich für einen Moment dachte, ich müsste erfrieren, obwohl ich die Strecke bis zu meiner Wohnung lief, langsam, aber ich blieb nicht stehen, war immer in Bewegung. Trotzdem spürte ich, dass Teile von mir, ich weiß nicht mehr genau welche, aber es waren wichtige Glieder, langsam einfroren. Ich kam von einer Motto-Party. Irgendwas mit Hawaii, Strand, Sonne und so. Die Kälte der Nacht schlug auch auf meinen Orientierungssinn, ich bog eine Straße zu früh nach rechts ab, hierdurch verlängerte sich mein Heimweg. Ich musste weinen, meine Tränen wurden zu kleinen Hagelkörnern, die vor mir zu Boden fielen. Die Bürgersteige waren eisglatt. Ich kam in meinen Badelatschen kaum vorwärts, meine Badehose war bereits hart wie ein Brett. Ich hatte wirklich Angst. Das Schloss der Haustür war eingefroren. Ich musste bei einer alten Nachbarin klingeln. Sie machte auf. Ich war gerettet. Sie schüttelte nur mit dem Kopf. Dann taute ich vor meiner Heizung langsam wieder auf.