Neue Drohnentaktik

Russland verliert offenbar achtmal so viele Soldaten wie die Ukraine

02.07.2026 – 07:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Gräber russischer SoldatenVergrößern des Bildes

Die Nato geht davon aus, dass Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine erhebliche Verluste zu verkraften hat. (Quelle: Uncredited/AP/dpa/dpa-bilder)

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Seit viereinhalb Jahren sterben täglich zig Soldaten in der Ukraine. Kriegsexperten nennen jetzt neue Zahlen zu Verlusten auf dem Schlachtfeld. Demnach wendet sich das Blatt zugunsten der Ukraine.

US-Kriegsexperten zufolge haben die ukrainischen Verteidiger im Abwehrkampf gegen Russland zuletzt bemerkenswerte Erfolge erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben. Laut einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) machen der russischen Armee neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die zunehmenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heißt es in dem Bericht – allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Zuvor hatte bereits Peter Frankopan, Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford, unter Berufung auf russische Militärblogger errechnet, dass Russland aktuell acht Tote oder Schwerverletzte für jeden Gefallenen der Ukraine verzeichne. In einem Essay für „Foreign Policy“ schreibt er zudem, dass russische Soldaten auf dem Schlachtfeld im Schnitt nur 20 bis 35 Minuten überleben.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325.000 getöteten Russen und 100.000 bis 140.000 Ukrainern gestanden. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hieß es weiter.

Kriegsparteien spielen eigene Verluste herunter

Das CSIS stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des Militärs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Die Angaben der Denkfabrik gelten als vergleichsweise zuverlässig, sind angesichts der schwer durchschaubaren Quellenlage und gezielten Desinformation beider Kriegsparteien aber dennoch mit Vorsicht zu genießen – zumal die Ukrainer von Waffen und Geheimdiensterkenntnissen aus den USA profitieren.

Ukraine-Krieg - KiewVergrößern des BildesAuch die Ukraine beklagt hohe Verluste im Krieg. (Archivbild) (Quelle: Evgeniy Maloletka/AP/dpa/dpa-bilder)

Während beide Kriegsparteien täglich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands Führung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners aufbauschen. Andere Schätzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.