Bedrohte er MHH-Ärzte?

Fall Stade: Weitere Ermittlungen gegen Tatverdächtigen

02.07.2026 – 10:12 UhrLesedauer: 1 Min.

Schüsse in Jugendeinrichtung - Mehrere Tote in StadeVergrößern des Bildes

Blumen für die sechs Todesopfer von Stade: Ein Sorgerechtsstreit soll die schreckliche Tat von Stade ausgelöst haben. (Quelle: Jörn Hüneke/dpa-bilder)

Neue Details zu dem 45-jährigen Tatverdächtigen aus dem Raum Hannover: Dem Sorgerechtsstreit ging eine Behandlung der verletzten Tochter und eine anschließende Bedrohung voraus.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen von Stade auch wegen des Verdachts der Bedrohung. „Der Beschuldigte soll am 22. April im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas gegenüber Ärzten der MHH aggressiv aufgetreten sein und ihnen verbal gedroht haben“, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Ein weiteres Verfahren wegen einer E-Mail, die der Mann am 5. Mai an dieselben Ärzte schickte, wurde dagegen eingestellt.

Parallel dazu steht noch eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle im Sorgerechtsstreit um das dreimonatige Kind aus. Beide Elternteile hätten Beschwerde gegen ein Eilverfahren des Amtsgerichts Neustadt am Rübenberge eingelegt, bestätigte eine Sprecherin des OLG. Das Amtsgericht hatte unter anderem angeordnet, dass Mutter und Kind gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden sollen. Zudem bleibe den Eltern die Gesundheitssorge entzogen.

Als Motiv für die Schüsse auf sechs Menschen gehen die Ermittler derzeit vom Sorgerechtsstreit aus. Der Tatverdächtige aus dem Raum Hannover sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Stade teilte mit, dass auch die mögliche Tatbeteiligung zweier Frauen noch untersucht werde: die Mutter des Babys sowie die Begleiterin des 45-Jährigen. Weitere Details wolle die Behörde vorerst nicht nennen.