„Drei Keller und unsere Garage hatten wir schon vollgestellt mit Spenden“, erläutert Sabine Lorenz die Idee zur Geschäftsgründung des „Stöberlädchens“ an der Gewerbeschulstraße 91. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Udo an der Heckinghauser Straße 8a die „Tiertafel“, die Tierfutter zu günstigeren Preisen abgibt.
Weil die heimischen Keller und die Garage aus allen Nähten platzten, haben die beiden Tierfreunde sich um ein Ladenlokal zu günstiger Miete bemüht und sind an der Gewerbeschulstraße fündig geworden, wo nun im Sozialkaufhaus für Tiere jeder Quadrat- und Kubikzentimeter genutzt wird, um die vielfältigen Spenden zu platzieren. „Für die Haustiere, vor allem für Katzen und Hunde gibt es hier buchstäblich nichts, was es nicht gibt“, beschreibt Sabine Lorenz ihr reichhaltiges Warenangebot, das gegen eine Spende, deren Höhe der oder die Gebende selbst bestimmt, an die Tierhalterinnen oder -halter abgegeben wird. Oft sind diese Spenden mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden, weil Mitzi oder Bello leider verstorben sind. „Das ist, als ob man ein Familienmitglied verliert“, weiß Nicole Schlichter („Tierschutz Pfotenfreunde NRW e. V. Tiertafel Wuppertal“ steht auf ihrem T-Shirt), die Sabine Lorenz bei der Führung des Stöberlädchens unterstützt. Nach so traurigen Ereignissen fällt es oft schwer, sich vom Körbchen, der Decke, dem Futternapf oder dem oft komfortablen Katzenklo zu trennen. Aber, wenn die praktischen Gedanken überwiegen, findet man seit Februar dieses Jahres im Stöberlädchen dankbare Abnehmer. Geöffnet ist dieses montags, mittwochs und freitags, jeweils von 14 bis 17 Uhr.
Auch Neuwertiges wird
mangels Akzeptanz gespendet
„Es kommt aber auch vor, dass das Tier die mit viel Liebe ausgesuchte Lagerstatt aus einem nicht ersichtlichen Grund ablehnt, dass Katzen lieber auf dem Sofa, manchmal sogar auf dem Schrank liegen und die Umgebung betrachten und für das ihr zugedachte „Bettchen“ nur einen abschätzigen Blick übrighaben. Auch dann wandert das meist neuwertige Stück ins Stöberlädchen und wartet dort zwischen Transportkäfigen und -körben, Spielzeug und Kratzbäumen von oft gigantischen Ausmaßen oder Futternäpfen auf einen neuen sinnvollen Verwendungszweck. Wobei der Erlös aus dem Warenverkauf der Arbeit der Tiertafel zugutekommt.
Zwar ist die Katze das beliebteste Haustier der Deutschen, doch auch der Hundeliebhaber findet ein umfassendes Angebot an Leinen, Beißkörben, warmen Decken und Mäntelchen für die kalten Winter vor. „Gegen Streusalz, das den Hundepfoten schadet, haben wir auch kleine Schuhe“, so Sabine Lorenz. Selbst eine Zahnbürste für den mutigen Tierhalter, beziehungsweise dessen hoffentlich nicht zu beißfreudigen vierbeinigen Schützling findet sich im Angebot.
Auch für Frauchen und Herrchen von Vögeln sind hier gebrauchte Nutzgegenstände vorhanden. „Aber, die sind nicht ganz so gefragt“, erfahren wir.
Katzenmutti Celena will etwas Abwechslung in den Alltag ihres Stubentigers bringen und hat Spielzeug im Gepäck, dass sie gegen andere Unterhaltungsgegenstände eintauschen will. Kein Problem im Stöberlädchen, wo gerade ein junges Paar eintritt, das sich für eine junge Katze, die kurze Zeit später in dessen Haushalt eine neue Heimat finden soll, artgerecht vorbereiten will. Fachkundige Beratung ist natürlich vor Ort, die weiß, was eine anspruchsvolle Katze vorzufinden wünscht. Bekanntlich gilt der Grundsatz „Hunde haben Frauchen und Herrchen, Katzen haben Personal“. So gehören ein Körbchen, so es denn Gnade vor den Augen der ruhebedürftigen Katze findet, eine Kuscheldecke, Futter- und Trinknäpfe, Spielzeug und Katzenklo (zu Sensibilität bei der Auswahl des Katzenstreus wird geraten) zum Grundbedarf für das neue Familienmitglied.
Ganz wichtig sind auch Kratzmöbel, an denen der Vierbeiner seine Krallen schärfen kann. Und da gibt es im Stöberlädchen ein geradezu verschwenderisches Angebot von Kratzplatten sowie -bäumen mit eingebauter Wohnqualität in entsprechenden Ausmaßen und verschiedener Höhe. Ob die dann als Kratz-Trainingsgeräte angenommen werden, ist allerdings eine andere Frage. Meist finden die Stubentiger, dass die besten Kratzmöbel in Gestalt von Sesseln und Sofas im Wohnzimmer von Frauchen oder Herrchen schon vorhanden sind und nur noch darauf warten, ihrem „eigentlichen“ Zweck zu dienen.