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Berlin – Müssen Kunden am Freitag vor verschlossenen Türen stehen? Die Gewerkschaft Verdi ruft im Tarifstreit des Handels erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf. Tausende Mitarbeiter sollen nach Angaben der Gewerkschaft am Freitag die Arbeit niederlegen. Zentrale Kundgebungen sind unter anderem in Dortmund, Berlin und Wiesbaden geplant.
Für Kunden heißt das: Nicht automatisch bleiben überall die Läden dicht. Entscheidend ist, wie viele Beschäftigte sich vor Ort am Warnstreik beteiligen – also in der jeweiligen Filiale, im Lager oder im Versandzentrum.
Welche Geschäfte betroffen sein können
Betroffen sein können viele Bereiche des Handels: Supermärkte, Discounter, Drogerien, Modegeschäfte, Möbelhäuser, Baumärkte und Elektronikmärkte. Auch Lager, Versandzentren, Lieferketten und Großhändler können betroffen sein.
Je nach Region und Unternehmen müssen Kunden deshalb mit längeren Schlangen an der Kasse, weniger Personal, später aufgefüllten Regalen oder Einschränkungen in einzelnen Märkten rechnen. Flächendeckend geschlossene Geschäfte sind aber nicht zu erwarten.
Warum Verdi zum Streik aufruft
Hintergrund ist der Tarifstreit im Handel. Verdi fordert mehr Geld für rund 5,2 Millionen Beschäftigte, davon rund 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, die Verhandlungen zu verschleppen. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sagt: „Die Arbeitgeber spielen in dieser Tarifrunde erneut auf Zeit – daher werden wir jetzt den Druck noch einmal erhöhen.“
Im Kern streiten Verdi und die Arbeitgeber über Geld. Verdi sagt: Die bisherigen Angebote reichen nicht, weil die Beschäftigten zu lange auf mehr Lohn warten müssten und die Erhöhungen zu niedrig seien.
Auch im Groß- und Außenhandel kommt der Tarifstreit laut Verdi nicht voran. Dort habe es seit Mitte Mai zwar viele Verhandlungstermine gegeben, aber kein verbessertes Angebot der Arbeitgeber. Die Arbeitgeber sehen das anders. Sie verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage im Handel und warnen, es gebe kaum Spielraum für deutliche Lohnerhöhungen.