Die Planungen zur Modernisierung des Westschnellwegs werden weiter vorangebracht: Für die Entwicklung konkreter Streckenvarianten wird ein Regelquerschnitt von 21 Metern (RQ 21) Breite angesetzt. Das bedeutet zugleich, dass der Westschnellweg ohne einen durchgehenden Standstreifen geplant wird.

Und das, obwohl für den Westschnellweg aufgrund seiner Charakteristik und Verkehrsstärke von derzeit über 50.000 Fahrzeugen pro Tag ein Querschnitt mit einem durchgehenden Standstreifen zu wählen wäre. Doch aufgrund der städtischen beengten Lage sowie der Nähe zu Kulturdenkmälern, wie der Wasserkunst und den Herrenhäuser Gärten, wurde der Verzicht auf den Standstreifen geprüft – mit positivem Ergebnis.

Hört sich gut an – Ist es aber nicht!

Mit diesen Planungen wird auch der Westschnellweg an vielen Punkten deutlich breiter als bisher. Im Bereich an der Wasserkunst um etwa fünf Meter. Dazu kommen die Planungen für die Auf- und Abfahrten mit den Beschleunigungsstreifen. Auch in diesen Bereichen ist mit viel mehr Flächenbedarf zu rechnen.

Westschnellweg Höhe Lindener Berg – Wird 2,5 Meter breiter

Westschnellweg Höhe Wasserkunst – Wird fast 5 Meter breiter

Diese Szenario wird im Anschluss an den Westschnellweg auch den Bremer Damm betreffen. Dieser ist jetzt 16 Meter breit. Wenn man dort auch auf 21 Meter erweitert kann sich jeder ausmahlen was das für die angrenzenden Gärten bedeutet.

Der WESTprotest wird also weitergehen. www.westprotest.de

Denn Fakt ist:
Mehr Straßen führen zu mehr Verkehr und auch umgekehrt.
Das nennt man induzierten Verkehr.

Achim Brandau

Das darf natürlich nicht zu Lasten der Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer gehen. Daher wird im weiteren Planungsprozess geprüft, ob alternative Sicherheitsmaßnahmen nötig sind, zum Beispiel Nothaltebuchten. Der Vorteil: Der Querschnitt RQ 21 bietet nicht nur ausreichend breite Fahrstreifen für moderne Fahrzeuge, sondern auch genügend Raum, um im Bereich der Mittel- und Seitenstreifen moderne Schutzeinrichtungen anzubringen. Damit kann der Westschnellweg gleichzeitig zeitgemäß und zukunftssicher modernisiert werden.

Ob und wie viel breiter es am Westschnellweg an jedem einzelnen Punkt wird, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Zum Vergleich: Schon die Bestandsbreite im Bereich Herrenhausen beträgt etwa 18 Meter, im Bereich südlich der Leine 20 bis 22 Meter und an den Anschlussstellen und dem Knotenpunkt Bremer Damm 20 bis 30 Meter. An Streckenabschnitten, die besonders beengt liegen, wird zudem noch untersucht, ob weiter „Luft rausgelassen“, also der Querschnitt stellenweise weiter reduziert werden kann.

Mit dem Verzicht auf einen Standstreifen geht die Landesbehörde auf eine der Empfehlungen des Bürgerrates ein. Der wurde im Frühjahr 2025 durchgeführt und hatte insgesamt 31 Empfehlungen und 7 Grundsätze erarbeitet. Diese sind für die Landesbehörde bei der aktuellen Entwicklung von Varianten wie ein Kompass. Stetig wird geprüft, ob und wie die Empfehlungen und Grundsätze berücksichtigt werden können, wie hier am Beispiel des RQ 21.

Die Wahl eines Straßenquerschnittes ohne Standstreifen ist nicht die einzige Empfehlung des Bürgerrates, die bereits umgesetzt wird. Das Gremium hatte der NLStBV auch empfohlen, einen Lenkungskreis mit Vertretern von Stadt Hannover, Region Hannover sowie dem niedersächsischen Verkehrsministerium zu bilden. Dieser Lenkungskreis hat seit Frühjahr 2026 zweimal getagt und wird in die planerischen Entscheidungen einbezogen. Eine gute Sache für alle Seiten, um wichtige Schritte der Planung abzustimmen und sich gegenseitig informiert zu halten.

Die Ergebnisse des Bürgerrats begleiten die Planerinnen und Planer der Landesbehörde in ihrer täglichen Arbeit. Ziel im Umgang mit den Empfehlungen ist es, transparent aufzuzeigen, wie sie im Planungsprozess berücksichtigt werden können.

Wenn eine Empfehlung nicht oder nur teilweise berücksichtigt werden kann, wird die Landesbehörde dies begründen. Eine erste vorläufige Einschätzung zum Umgang mit den Bürgerrat-Ergebnissen im Planungsprozess liegt mittlerweile vor und ist auf der Projektinternetseite zum Westschnellweg unter www.schnellwege.de, Rubrik „Westschnellweg“ / Die Planung oder direkt HIER einzusehen.

Die Planerinnen und Planer werden diese Übersicht anlässlich der wesentlichen Meilensteine im Projekt aktualisieren. Je weiter die Planung in den kommenden Monaten voranschreitet, desto konkreter können die Aussagen zum Umgang mit den Empfehlungen werden.

Die nächsten Projektziele stehen dabei schon fest: die Festlegung des Variantenspektrums und die Durchführung des Variantenvergleichs.