Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj: Warteten vergeblich auf Abwehrraketen
Aktualisiert am 03.07.2026 – 05:32 UhrLesedauer: 23 Min.
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Im Video: Rauch und Flammen über einem Hotel im Zentrum von Kiew.
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Ein der schwersten russischen Angriffe seit Kriegsbeginn trifft Kiew. Dabei wird auch ein Lagerhaus voller Bücher zerstört. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Selenskyj kritisiert Partner: Hätten Leben retten können
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beklagt, dass westliche Partner Absprachen zur Lieferung von Abwehrraketen nicht eingehalten hätten. So habe es mit Norwegen ein Abkommen gegeben, 200 Raketen zu schicken. „Nicht eine ist bisher angekommen,“ sagte Selenskyj laut dem Rechercheportal „Meduza“ am Donnerstag. Zuvor hatte es schwere russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Stadt Kiew gegeben. „Hätten unsere Partner das, was sie versprochen hatten, rechtzeitig geliefert, hätten wir meiner Meinung nach mehr Häuser und – ich sage es ganz offen – auch Menschenleben retten können“, sagte Selenskyj
Russland senkt den Standard für Benzin
Russland wird Ölraffinerien im ganzen Land gestatten, Kraftstoffprodukte herzustellen, die den weniger strengen Euro-3-Normen entsprechen. Dies geht aus einem am 2. Juli veröffentlichten Regierungserlass des Kremls hervor.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kraftstoffknappheit in Russland, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur verursacht wurde. Ein vom russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin unterzeichneter Erlass erlaubt bestimmten Raffinerien, bis zum Jahresende Euro-3-Benzin zu produzieren. Die Entscheidung soll die Kraftstoffversorgung in Russland stabilisieren und „eine Destabilisierung des heimischen Marktes für Kraftstoffe verhindern“.
Euro-3-Benzin entspricht einer älteren Kraftstoffklasse nach den europäischen Emissionsnormen. Es weist einen höheren Schwefelgehalt auf als der derzeitige russische Standard (Euro-5), was zu erhöhten Sicherheitsrisiken und einer stärkeren Umweltbelastung führt.
Tote bei Angriffen in Sumy
Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. In der Grenzregion Sumy seien zwei Menschen gestorben und eine Person verletzt worden, als russische Drohnen ein Privathaus trafen, teilt der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, am frühen Morgen auf Telegram mit.
In der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih wurden bei einem Raketenangriff auf ein dicht bebautes Stadtgebiet sieben Menschen verletzt, wie der Leiter des städtischen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul, erklärt. In Kiew gilt unterdessen ein Trauertag, nachdem dort am Vortag bei dem in diesem Jahr bislang schwersten russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt fast drei Dutzend Menschen ums Leben gekommen sind.
Mehrere verletzte und tote Zivilisten in der Südost-Ukraine
In der Ukraine sind bei verschiedenen russischen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk im Verlauf des Tages nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Insgesamt seien neun weitere verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Olexander Hanscha, bei Telegram. Russland attackierte demnach die Kreise Dnipro, Nikopol und Synelnykowe und setzte dabei Drohnen, Artillerie Gleitbomben und eine Rakete ein.