Schon Anfang Juni wurde bei Rheinkilometer 694 in Köln auf Höhe des Niehler Hafens eine tote Person entdeckt. Zunächst konnte die Identität des Toten nicht festgestellt werden. Erst nach einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei Köln, die auch ein Foto der Leiche veröffentlichte, konnte der Verstorbene nun im Laufe des Donnerstags mutmaßlich identifiziert werden.
Die Leiche wurde bereits am 2. Juni gefunden. Wenige Tage zuvor, am 30. und 31. Mai, fand in Düsseldorf die Dokomi-Messe statt, die viele Japan-, Manga- und Animefans anzieht. Der Tote weist mehrere Verletzungen an Armen und Oberschenkeln auf, die selbst zugefügt sein könnten. Außerdem sind auf den veröffentlichten Fotos einige Tattoos zu sehen, die der Manga- oder Animeszene zugeordnet werden können. Auch die Kleidung der Person passt dazu, er könnte ein Cosplayer gewesen sein.
Die Polizei Köln beschreibt die gefundene Person als 1,80 Meter groß, schlank, männlich mit weiblichem Erscheinungsbild – lange Haare, Rock und gemachte Fingernägel, rote Ohrringe, silberfarbener Ring. Die Person habe zwei Jacken getragen (beige und schwarz) sowie ein T-Shirt mit Mangafigur, einen kurzen Rock mit weißem Gürtel und schwarze Leggins. Sie soll zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen sein.
Online verbreitet sich derweil das Foto einer Person, das auf der Dokomi aufgenommen worden sein soll. Diese trägt ein Kostüm, das aussieht, als solle es die Figur Homura Akemi aus einer japanischen Anime-Fernsehserie darstellen. Viele Nutzende in den sozialen Medien bringen dieses Foto mit der Fahndung der Kölner Polizei in Verbindung, demnach soll es den Toten lebendig zeigen.
Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Online-Suche den Ermittlern bekannt sei. Man habe aber noch nicht verifizieren können, ob es sich bei der Person um den Toten handele.
Auch über die Todesursache ist bisher nichts bekannt, es werde „in alle Richtungen ermittelt“, heißt es. Sowohl ein Suizid als auch ein Fremdverschulden seien nicht ausgeschlossen.
In den Sozialen Medien zeigen sich viele Menschen, die sich der Cosplay-Szene zurechnen, erschüttert. Manche vermuten, dass die tote Person wegen ihres Outfits angegriffen worden sein könnte. Manche berichten von eigenen Erfahrungen und aggressiven Reaktionen auf ihre Kostüme.
Was passiert ist, werden aber die weiteren Ermittlungen der Polizei zeigen müssen. Zur finalen Klärung der Identität steht noch ein DNA-Abgleich aus, wie die Polizei Köln außerdem mitteilt. Solange dieser die Identität nicht eindeutig bestätigt, gibt die Polizei keine weiteren Informationen etwa zum Alter oder der Herkunft der Person heraus.