TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Wiesbaden (Hessen) – Ein verbotener Film wird zum Hit! Der deutsche Regisseur Uwe Boll (61) sorgt derzeit mit seinem neuen Streifen „Citizen Vigilante“ für Aufsehen. In Deutschland bekam sein brutaler Film keine Kinofreigabe. Doch in Amerika startet der Action-Thriller plötzlich durch – dank Tech-Milliardär Elon Musk (55). Der reichste Mann der Welt ließ den Film auf seiner Plattform „X“ streamen – und verhalf Boll damit innerhalb kürzester Zeit zu einem Millionen-Publikum.

Kritiker verspotteten Boll schon lange als „schlechtesten Regisseur Deutschlands“. Der aus Wermelskirchen (NRW) stammende Filmemacher produzierte zuvor Videospiel-Verfilmungen wie „Alone in the Dark“ und „BloodRayne 2: Deliverance“, die nach Ansicht zahlreicher Rezensenten schlecht geschrieben, hölzern gespielt und verwirrend aufgebaut gewesen sein sollen.

Regisseur Uwe Boll (61) im Oktober 2023 in Oberhausen. In Deutschland darf sein neuer Film nicht in die Kinos. Nach Einschätzung der FSK fördere der Film Selbstjustiz

Regisseur Uwe Boll (61) im Oktober 2023 in Oberhausen. In Deutschland darf sein neuer Film aufgrund der verweigerten Freigabe der FSK weder im Kino noch über Streamingdienste laufen

Foto: IMAGO/Future Image

Dass sein neuer Film „Citizen Vigilante“ in Deutschland von der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK) gleich zweimal keine Altersfreigabe – und somit keine Zulassung für die Kinos – erhielt, kritisierte der Filmemacher scharf. Nach Einschätzung der FSK fördere der Film Selbstjustiz.

Regisseur Uwe Boll sieht in Verbot eine Zensur

Dem Portal „Tichys Einblick“ sagte Boll, dass sein Film seiner Meinung nach abgelehnt werde, weil er „eine Realität zeigt, die sie nicht akzeptieren wollen: die Realität, dass Masseneinwanderung aus überwiegend islamischen Ländern die Sicherheitslage in Deutschland massiv verschlechtert hat“. Er sprach von „Zensur“ und einer Entscheidung, die politisch motiviert sei.

In den USA läuft „Citizen Vigilante“ seit dem 19. Juni in den Kinos

In den USA läuft „Citizen Vigilante“ seit dem 19. Juni in den Kinos

Elon Musk stellt den Film auf seinem „X“-Profil online

Das Thema Zensur rief dann auch Tech-Milliardär Elon Musk auf den Plan. Der sieht seine Plattform „X“ als freien Debattenraum und heißt die vermeintliche Zensur der FSK nicht gut. Am 26. Juni teilte Musk, offenbar mit Bolls Einverständnis, die Komplettfassung des Films für 48 Stunden zum Streamen in seinem „X“-Account. Seitdem wurde er von mindestens zehn Millionen Menschen aufgerufen – und mehr als 40.000 Mal geteilt.

Am 25. Juni teilte Elon Musk auf seinem Profil den Link, unter dem man den Film „Citizen Vigilante“ streamen konnte

Am 25. Juni teilte Elon Musk auf seinem Profil den Link, unter dem man den gewalttätigen Film „Citizen Vigilante“ streamen konnte – ohne jegliche Altersbeschränkungen für Kinder

Foto: Elon Musk/X

Vergewaltigung, Folter, Morde: Einige Szenen des Selbstjustiz-Filmes lösten heftige Reaktionen aus. Etwa, als die Hauptfigur eine syrische Familie auslöscht. Gerade diese Sequenz wurde auf „X“ intensiv kommentiert und diskutiert.

In den USA erschien der Film am 19. Juni. Der umstrittene Schauspieler Armie Hammer (39) spielt einen US-Armee-Veteranen, der nach Europa zieht. In dem Film verüben überwiegend Migranten schwere Straftaten, während linke Eliten tatenlos zusehen. Weil der Staat aus seiner Sicht Kriminelle nicht ausreichend bestraft, greift der Veteran selbst zur Waffe und erschießt Straftäter und Richter.

Eine von vielen brutalen Szenen des Fiolmes „Citizen Vigilante“

Eine von vielen brutalen Szenen des Filmes „Citizen Vigilante“. Auf „X“ war der gewalttätige Streifen ohne jegliche Beschränkung für Kinder zugänglich

Foto: EVENT FILMS/TNI PRESS LTD.

In den USA entwickelte sich der Brutalo-Streifen zu einem Erfolg im rechten politischen Spektrum. Tesla-Chef Musk erklärte, er freue sich auf eine Fortsetzung. Filmemacher Boll wandte sich sogar in einem Video an US-Präsident Donald Trump (80) und bot eine Fortsetzung an. Nach Angaben von Boll soll der Film bereits rund 600.000 Dollar seines Budgets von zwei Millionen Dollar wieder eingespielt haben.

Mehr zum ThemaArmie Hammer bei einer Veranstaltung zum Film „Citizen Vigilante“ im Juni in L.A. Der Film ist sein bislang größter kommerzieller Erfolg und sein zweiter Film seit seiner Hollywood-Rückkehr im vergangenen Jahr

Armie Hammer bei einer Veranstaltung zum Film „Citizen Vigilante“ im Juni in Los Angeles. Der Film ist sein bislang größter kommerzieller Erfolg und sein zweiter Film seit seiner Hollywood-Rückkehr im vergangenen Jahr

Foto: Albert L Ortega/Shutterstock

Auch Hauptdarsteller Armie Hammer ist umstritten

Ex-Hollywood-Star Armie Hammer war 2021 von drei Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Außerdem wurden Vorwürfe über einen angeblichen Kannibalismus-Fetisch bekannt. Hammer bestritt die Anschuldigungen. Die Staatsanwaltschaft L.A. erhob keine Anklage.

Die Film-Kritik fiel vernichtend aus. Das Magazin „Variety“ bezeichnete ihn als „moralisch bankrott“ und „erstaunlich schlecht“. Die US-Seite „The Bulwark“ sieht ihn als faschistisch.