Eine DGB-Flagge bei einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum in Hamburg.

AUDIO: Vor DGB Demo: Protest vom Wohnungsverband (1 Min)

Stand: 03.07.2026 08:25 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und andere Verbände protestieren heute in Hamburg gegen Sozialabbau. Thema ist auch die Forderung nach einem Mietenstopp – also einem Verbot von Mieterhöhungen. Das sorgt im Vorfeld für Widerspruch.

„Nein zum sozialen Kahlschlag!“ heißt das Motto der Kundgebung am Nachmittag am Speersort an der Petrikirche. Hamburgs DGB-Vorsitzende Tanja Chawla sagte: „Wer den Sozialstaat angreift, greift die Menschen an.“ Auch der Mieterverein zu Hamburg nimmt teil. Er ruft zum Mietenstopp auf. Viele könnten ihre Wohnung nicht mehr bezahlen.

Wohnungsverband: „Keinen Geldsack im Keller“

Protest dagegen kommt vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), der die SAGA und Genossenschaften vertritt. VNW-Direktor Andreas Breitner sagte, ein Mietenstopp würde uns ruinieren. Die sozialen Vermieter bräuchten die Miete für Instandhaltung und Klima-Sanierung: „Die haben keinen Geldsack im Keller angehäuft, sondern die haben alles, was sie eingenommen haben in den vergangenen Jahren, in eine niedrige Miete investiert.“

Wenn man in dieser Situation auch noch die Miete deckeln wolle, würde das auf Dauer zu einer Gefahr für das bezahlbare Wohnen im Norden, so Breitner. SAGA und Genossenschaften hätten die Mieten seit sechs Jahren nur um 15 Prozent erhöht, die Inflation stieg aber um 23 Prozent und die Instandhaltungskosten gar um 50 Prozent.

Die Balkone von Mietshäusern in Hamburg.

Der Mieterverein zu Hamburg fordert gemeinsam mit anderen Vereinen vor der Bundestagswahl einen Mietendeckel in ganz Deutschland.