Am heißen Wochenende, 27. bis 28. Juni, sind nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mindestens 26 Menschen in Deutschland beim Baden ums Leben gekommen. Am Wochenende zuvor gab es gar bei Karlsruhe einen tödlichen Unfall: Am Samstag, 20. Juni, ist am Epplesee in Rheinstetten ein 23-Jähriger bei einem Badeunfall ertrunken.

Gerade während der Hitzewelle steigt die Zahl der Badeunfälle – und sie enden nicht selten tödlich. Für viele der Karlsruher Badeseen übernimmt die DLRG den Wachdienst, doch ihre Kapazitäten sind begrenzt. Deshalb setzt der Verein auf die Ausbildung künftiger Rettungsschwimmer.

Wachdienst oft nur an Wochenenden möglich

„Im Grunde ist jeder Baggersee prädestiniert für Badeunfälle“, sagt Simon Deck, stellvertretender Leiter Einsatz des DLRG-Bezirks Karlsruhe, gegenüber der Redaktion. Im Gegensatz zu natürlichen Seen gebe es in Baggerseen häufig nicht befestigte Böschungen – zudem könnten plötzliche Abbruchkanten und unerwartete Tiefen im Wasser unvorbereitete Schwimmer in Gefahr bringen.

Der Epplesee in Rheinstetten. (Archivbild)

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Der Epplesee in Rheinstetten. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

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Der Epplesee in Rheinstetten. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

Die DLRG übernimmt an mehreren Baggerseen in der Region den Wachdienst – etwa am Epplesee, in Eggenstein, in Grötzingen und in Weingarten. „Wir machen das alle ehrenamtlich“, sagt Deck. Deshalb kann der Wachdienst oft nur an Wochenenden gewährleistet werden.

Männer sind bei Badeunfällen überrepräsentiert

Für präventive Maßnahmen wie das Beschildern gefährlicher Gewässer sind die Kommunen zuständig, erklärt Deck. Für den Wachdienst wenden sich Städte und Gemeinden in der Regel an die DLRG. Die Rettungsschwimmer übernehmen dann die Aufsicht am See und leisten im Notfall Erste Hilfe.

Für das Beschildern gefährlicher Gewässer sind die Kommunen zuständig. (Symbolbild)

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Für das Beschildern gefährlicher Gewässer sind die Kommunen zuständig. (Symbolbild)
Foto: Stefanie Paul/dpa/Symbolbild

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Für das Beschildern gefährlicher Gewässer sind die Kommunen zuständig. (Symbolbild)
Foto: Stefanie Paul/dpa/Symbolbild

Gerade in den Sommermonaten steigt das Risiko zusätzlich: Hitze und zu wenig Trinken können den Kreislauf stark belasten und schnell gefährlich werden. Auffällig sei außerdem laut Deck, dass Männer bei Badeunfällen überrepräsentiert sind, da sie eher dazu neigten, ihre Fähigkeiten zu überschätzen.

Baggersee in Grötzingen. (Archivbild)

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Baggersee in Grötzingen. (Archivbild)
Foto: Sarah Ball

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Baggersee in Grötzingen. (Archivbild)
Foto: Sarah Ball

Woran erkennt man einen Ertrinkenden?

Im Bezirk Karlsruhe ist die DLRG in 22 Ortsgruppen im Stadt- und Landkreis organisiert, in welchen sich rund 160 Einsatzkräfte engagieren. Den Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt laut Deck in der Ausbildung künftiger Rettungsschwimmer: „Wir wollen aus jedem Nichtschwimmer einen Schwimmer machen – und aus jedem Schwimmer einen Rettungsschwimmer.“

In Hallenbädern trainiert die DLRG künftige Rettungsschwimmer. (Symbolbild)

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In Hallenbädern trainiert die DLRG künftige Rettungsschwimmer. (Symbolbild)
Foto: DLRG – Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

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In Hallenbädern trainiert die DLRG künftige Rettungsschwimmer. (Symbolbild)
Foto: DLRG – Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Wie man Ertrinkende erkennen kann:

  • Die Person liegt nicht auf der Wasseroberfläche, sondern „steht“ senkrecht im Wasser. Arm- und Beinbewegungen wirken dabei unkontrolliert und es kann aussehen, als würde sie schwimmen, ohne vorwärtszukommen.
  • Der Kopf ist nach hinten gebeugt, die Augen oft weit aufgerissen, während sich Nase und Mund immer wieder unter Wasser befinden. An der Wasseroberfläche ringen Ertrinkende um Luft, daher gelingt es ihnen meistens nicht, um Hilfe zu rufen.
  • Um sich über Wasser zu halten, sind die Arme der ertrinkenden Person meist ausgestreckt und bewegen sich nach unten. Dadurch fehlt der ertrinkenden Person die Kraft zum Winken.

Weitere Informationen zu Badeseen in Karlsruhe und Umgebung

Welche Badeseen im Bereich Karlsruhe überwacht werden, findet Ihr hier: Badesee-Perlen bei Karlsruhe: Drei Tipps für den Sprung ins kühle Nass!

Informationen zur Anfahrt und Biergarten an Karlsruher Badeseen findet Ihr hier: Ein Tag am See: Badespaß rund um Karlsruhe!