Angeben müssen Vermieter etwa die Größe der Wohnung, die Höhe der Nettokaltmiete und die Nebenkosten. So will sich die schwarz-rote Koalition einen Überblick über den Wohnungsbestand verschaffen und Verdachtsfälle von Mietwucher aufdecken.
Grüne und Linke enthielten sich bei der Abstimmung und forderten weitergehende Maßnahmen, wie etwa die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne und ein Mietendeckel für landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die AfD lehnte die Einführung des Mietenkatasters ab. Sie argumentiert, so könnten schwarze Schafe unter den Vermietern nicht gefunden werden.
Hintergrund der Maßnahme sind hoher Druck auf den Wohnungsmarkt und ein Anstieg der Mieten, die teils zulässige Höchstgrenzen überschreiten. Bausenator Christian Gaebler (SPD) sagte zu dem Kataster: „Es wird nun schneller klar: Wo sitzen diejenigen, die gegen Recht und Gesetz verstoßen?“
Auch der Berliner Mieterverein begrüßte die Neuerungen. Geschäftsführer Sebastian Bartels sagte Radioeins vom rbb, man habe sich darüber gefreut. Aber wenn man genau hinschaue, gebe es noch Lücken. So werde zum Beispiel der Leerstand nicht erfasst. Außerdem sei die nicht öffentliche Datenbank ein Einfallstor für Betrug. Man müsse damit rechnen, dass Vermieter Daten eingegeben, die nicht stimmen. Von Vermieterseite hatte es dagegen deutliche Kritik gegeben.
Das bundesweit erste Wohn- und Mietenkataster dieser Art ist ein zentraler Bestandteil des Wohnraumsicherungsgesetzes.