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Los Angeles (USA) – Franka Potente (51) wurde mit „Lola rennt“ zum Weltstar, eroberte danach Hollywood und drehte mit Größen wie Matt Damon (55), Johnny Depp (63) und Benicio del Toro (59). Doch fast 30 Jahre nach ihrem deutschen Kinoerfolg fällt ihr Urteil über die Traumfabrik, in die sie zog, ernüchternd aus. Im Interview mit der „Zeit“ rechnet die Schauspielerin schonungslos mit den Zuständen in Hollywood ab – und spricht ganz nebenbei auch über ihr Privatleben.

Besonders hart geht Potente mit den Streamingdiensten ins Gericht. Früher hätten Schauspieler durch Tantiemen bei Wiederholungen oft über Jahre gut verdient. Heute sei das anders: Netflix, Apple und Co. würden meist sogenannte Buy-out-Verträge abschließen – eine Einmalzahlung, alle weiteren Rechte blieben für immer bei den Konzernen. „Die Streamer zahlen auch nicht gut“, sagt Potente.

Armin Rohde (damals 43) und Franka Potente (damals 24) im Kinofilm „Lola rennt“ aus dem Jahr 1998

Armin Rohde (damals 43) und Franka Potente (damals 24) im Kinofilm „Lola rennt“ aus dem Jahr 1998

Foto: picture alliance/United Archives

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Auch ihre eigene Karriere sei von fragwürdigen Methoden geprägt gewesen. Beim Kinohit „Die Bourne Identität“ habe sie keinen Gewerkschaftsvertrag gehabt und deshalb bis heute keine Tantiemen erhalten. Rückblickend ärgert sie sich: Die Produktionsfirma habe ihre Unerfahrenheit ausgenutzt.

Viele Schauspieler sind heute arbeitslos

Überhaupt spart Potente nicht mit Kritik. Viele Schauspieler in Los Angeles seien inzwischen arbeitslos, manche sogar wieder zu ihren Eltern gezogen, weil sie sich das Leben in Kalifornien nicht mehr leisten könnten. Gleichzeitig werde immer weniger in Hollywood gedreht, Produktionen wanderten aus Kostengründen nach Europa oder Kanada ab.

Als Killerin in einer starken Rolle: Franka Potente spielt aktuell u.a. in der Streamingserie „Dark Winds“ bei Netflix eine größere Rolle

Als Killerin in einer starken Rolle: Franka Potente spielt aktuell u.a. in der Streamingserie „Dark Winds“ bei Netflix eine größere Rolle

Foto: AMC

Auch persönlich zog die Schauspielerin Konsequenzen. Als ihr bei Verhandlungen für eine TV-Serie nicht einmal Hilfe bei der Wohnungssuche angeboten wurde, zog sie die Reißleine. Ihre Reaktion: „Okay, fuck you, I’m out.“ Lieber verzichtet sie auf einen Job, als sich schlecht behandeln zu lassen.

Ehe-Aus bei Franka Potente

Dabei lief in Hollywood längst nicht alles perfekt. Heute bereut Potente etwa, dass sie einst Rollen in Erfolgsserien wie „Ally McBeal“ oder „Alias“ ausschlug. Damals habe sie gedacht: „Ich bin ein Movie-Star, ich mach’ doch kein Fernsehen.“ Ein Fehler, wie sie heute offen zugibt.

Privat lebt die Schauspielerin seit vielen Jahren in Los Angeles. Mit dem amerikanischen Schauspieler Derek Richardson (50) hat sie zwei Töchter. Das Paar heiratete 2012. Fast beiläufig kommt im „Zeit“-Gespräch heraus, dass das Paar seit knapp drei Jahren freundschaftlich getrennt ist. Gemeinsam kümmern sie sich weiterhin um ihre 15- und 13-jährigen Töchter.

Haben sich nach Angaben aus dem „Zeit“-Gespräch freundschaftlich getrennt: Franka Potente und ihr Mann Derek Richardson (50)

Haben sich nach Angaben aus dem „Zeit“-Gespräch freundschaftlich getrennt: Franka Potente und ihr Mann Derek Richardson (50)

Foto: imago/ZUMA Press

Die Familie steht für Potente ohnehin über allem. Große Hauptrollen seien ihr längst nicht mehr das Wichtigste. Wenn sie ein oder zwei gute Projekte pro Jahr habe, ihre Rechnungen bezahlen und mit ihren Kindern in den Urlaub fahren könne, sei sie glücklich.

Eine BILD-Anfrage bei Franka Potente zur Trennung blieb bislang unbeantwortet.

Hollywood-Star kämpfte gegen Brustkrebs

Auch gesundheitlich musste die Schauspielerin kämpfen. Vor drei Jahren erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Die Operation habe ihr zwar „neue Brüste“ beschert, wie sie mit typisch trockenem Humor sagt, doch die Erkrankung habe ihr vor allem gezeigt, wie wichtig Gesundheit sei.

Moritz Bleibtreu (damals 27) unterstützte die rennende Lola (Frank Potente) im Kino

Moritz Bleibtreu (damals 27) unterstützte die rennende Lola (Frank Potente) im Kino

Foto: ddp

Trotz aller Kritik glaubt Potente nicht, dass Hollywood oder menschliche Schauspieler durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Geschichten würden die Menschen immer brauchen. Doch die goldenen Zeiten der Traumfabrik, in denen Studios mit Geld um sich warfen und Stars mit Luxusgeschenken verwöhnten, seien aus ihrer Sicht endgültig vorbei.