Ein Mann und eine Frau stehen gemeinsam vor der Frauenklinik in Chemnitz.

AUDIO: Vierlinge in Chemnitz geboren (1 Min)

Vierlingsgeburt

von MDR SACHSEN

Stand: 03.07.2026 11:28 Uhr

Ein junges Paar aus dem Erzgebirge hat Vierlinge bekommen. Die vier Jungen kamen am Montag per Kaiserschnitt im Klinikum Chemnitz auf die Welt. Die Mutter sagte: „Uns geht es allen gut.“ Die Brüderchen Mio, Matti, Luke und Levi seien Frühgeborene und würden derzeit viel schlafen und auf der Intensivstation versorgt.

Klinikum lobt tapfere Mutter

Die 24 Jahre alte Louise Ammon und ihr 25 Jahre alter Partner Tom aus Oelsnitz im Erzgebirge hatten als Geburtstermin den September im Kalender stehen. „Durch die anatomischen Besonderheiten bei Vierlingen ist eine Frühgeburt nahezu unausweichlich“, sagte der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Axel Hübler.

Die Vierlinge – ihr Geburtsgewicht lag zwischen 900 und 1.300 Gramm – sollen nun zu Kräften kommen, um im September nach Hause entlassen zu werden. „Hinter der Mutter liegt eine emotional wie körperlich intensive und anstrengende Schwangerschaft, die sie mit Stärke und Tapferkeit gemeistert hat“, betonte das Klinikum.

Ein Mann und eine Frau stehen gemeinsam vor der Frauenklinik in Chemnitz.

Louise Ammon und ihr Partner Tom freuen sich über ihren vierfachen Nachwuchs.

Eine Vierlingsgeburt ist äußerst selten. Das Klinikum Chemnitz dazu: „Die Wahrscheinlichkeit, Vierlinge zu bekommen, liegt nach natürlicher Empfängnis bei 1:600.000.“ Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2025 nur vier Fälle erfasst, in denen Frauen vier oder mehr Kinder auf einmal zur Welt brachten. Im Jahr zuvor waren es neun solcher Geburten.

Geburtenzahlen so niedrig wie seit 30 Jahren nicht

Auch wenn sich die Familie und das Klinikum jetzt über vier Babys bei einer Geburt freuen, die Geburtenzahlen in Sachsen gehen zurück. Sie sind so niedrig, wie seit 1998 nicht mehr und auch die niedrigsten im Bundesvergleich. Im vergangenen Jahr betrug die Geburtenrate in Sachsen 1,16 Kinder je Frau, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr zuvor hatte er noch bei 1,22 gelegen. Bundesweit lag die Geburtenrate 2025 bei durchschnittlich 1,32 Kindern. Noch niedriger war sie zuletzt Mitte der 1990er-Jahre.

Auch insgesamt bekamen Frauen in den ostdeutschen Ländern mit durchschnittlich 1,22 Kindern je Frau weniger Kinder als in Westdeutschland (1,34). Nach Angaben der Statistiker ist die Zahl der Geburten deutschlandweit auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gefallen. Als Grund nennen sie die kleine Generation der heute potenziellen Eltern. Soziologen sehen auch Unsicherheiten als Grund für den Rückgang.

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MDR (kk)/AFP/dpa