Der Rott ist den meisten Menschen vermutlich als Wohnquartier bekannt. Laut aktuellen Zahlen der Stadt lebten dort am Stichtag 31. Dezember 2025 mehr als 10 000 Menschen. Die Bedienung mit Bussen halten die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen dafür nicht ausreichend. 2021 waren im Zuge von Einsparungen bei den Wuppertaler Stadtwerken einige Linien angepasst werden. Jetzt haben SPD und Grüne erneut einen Antrag in die Bezirksvertretung (BV) Barmen eingebracht: Sie fordern eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots für die zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohner des Rotts. Die Stadtteilpolitiker haben einstimmig für den Antrag gestimmt.
„Auf dem Rott sind viele neue Wohneinheiten entstanden“, erklärt Rainer Widmann (Grüne), Mitglied der BV Barmen. Das ist etwa das Bauprojekt Rotter Quartier im Bereich der Buchen-, Eichen-, Nelken- und Rosenstraße, darüber hinaus auch der zum Wohnhaus umgebaute Hochbunker in der Großen Hakenstraße.
Widman fürchtet, aufgrund der schlechten Anbindung an das Busliniennetz könnten viele Menschen den Entschluss fassen, sich ein Auto zuzulegen, was den ohnehin hohen Parkdruck im Quartier zusätzlich steigern könnte. Zudem gebe es zahlreiche ältere Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind.
Zwar fährt der Bus der Linie 604, allerdings nur im 20-Minuten-Takt. „Dadurch, dass die Strecke sehr lang ist und bis nach Langerfeld führt, ist die Linie auch sehr anfällig für Verspätungen“, so Widmann. Zudem fährt die Linie 604 nicht bis zum Bahnhof Barmen, sondern nur zum Alten Markt. „Entweder muss man dort umsteigen oder von dort bis zum Bahnhof Barmen laufen“, so Widmann.
Die Verwaltung wird gemeinsam mit den WSW gebeten, zu prüfen, inwiefern das Angebot verbessert werden kann. Die Fraktionen schlagen dafür vor, die Linie 614 auch wieder tagsüber zu bedienen.
Buslinie 614 soll auch
wieder tagsüber fahren
Diese fährt vom Rott bis zum Bahnhof Barmen. „Wir sprechen uns da für eine engere Taktung aus, alle zehn Minuten“, erklärt Widmann.
Darüber hinaus werden die Verwaltung und die WSW gebeten, zu prüfen, ob die Linie 604 künftig zwischen der Haltestelle Landwehrplatz und dem Alten Markt nach dem aktuellen Abendfahrplan bedient werden kann. Die Linie 604 soll in der Vision der Fraktionen geteilt werden: Künftig soll die 604 aus Langerfeld nur noch bis zum Bahnhof Barmen fahren, während Fahrgäste am Fischertal in die Linie 644 Richtung Rott und Hatzfeld umsteigen könnten. Gleichzeitig soll die Rückfahrt der 604 vom Bahnhof Barmen über Alter Markt, Höhne und Heckinghausen nach Langerfeld gehen, wodurch zusammen mit der Linie 608 ein Zehn-Minuten-Takt entstehen würde.
Außerdem soll sichergestellt werden, dass am Barmer Bahnhof ein verlässlicher Anschluss zwischen der Linie 604 und der reaktivierten Linie 614 besteht. Die 614 soll den Rott über die Rödiger Straße bedienen und gemeinsam mit der Linie 644 ebenfalls einen Zehn-Minuten-Takt anbieten.
Die WSW sind im November 2025 größtenteils zu ihrem regulären Fahrplan zurückgekehrt. Ob die 614 reaktiviert wird, ist aber nach wie vor eine Geldfrage, so Rainer Widmann. „Die WSW haben gespart, weil sie keine Fahrer mehr hatten.“ Seither hätten die WSW ihre Personalsituation stabilisieren können. „Es wurden neue Fahrer rekrutiert. Daran kann es also nicht scheitern“.
Widmann betont: „Wir sind ansonsten mit der Anbindung zufrieden.“ Durch eine geänderte Streckenführung der Linie 614 über die Rödiger Straße könnten Staus auf dem Steinweg umfahren und die Pünktlichkeit verbessert werden. Durch die Änderungen ergäben sich bessere Umsteigemöglichkeiten. So entstünden zusätzliche Anschlüsse am Alten Markt, am Leimbach und am Barmer Bahnhof zu Buslinien in Richtung Elberfeld, Wichlinghausen, Nächstebreck, Ronsdorf, Velbert, Hattingen, Sprockhövel und Bochum sowie zum Helios Klinikum.
Auch die Anbindung des Rotts an die Schwebebahn sowie den Regionalverkehr am Bahnhof Barmen und von da zum Fernverkehr ab Wuppertal Hbf würde verbessert.
Insgesamt versprechen sich SPD und Grüne dadurch eine attraktivere und zuverlässigere ÖPNV-Anbindung für den Rott und eine Verbesserung des Nahverkehrs in ganz Barmen.