Insgesamt 3517 Kinder wurden 2025 in Deutschland adoptiert. Damit sank die Zahl der Adoptionen laut Statistischem Bundesamt auf den tiefsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Was bedeutet eine Adoption konkret? Was kommt auf Menschen zu, die sich dafür interessieren? Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt Eckdaten.

Wer vermittelt Adoptionen in Deutschland?

In Deutschland dürfen Adoptionen nur von bestimmten Stellen vermittelt werden. Das sind die Adoptionsvermittlungsstellen des Jugendamts, Adoptionsdienste in katholischer, evangelischer oder nichtkonfessioneller Trägerschaft. Manche von ihnen bieten auch eine Auslandsadoption an.

Was ist eine Auslandsadoption?

Von einer Auslandsadoption spricht man, wenn das Kind vor der Adoption in einem anderen Staat lebt und aufgrund der Adoption nach Deutschland zieht. Dabei spielt die Staatsangehörigkeit des Kindes und die der Adoptiveltern keine Rolle. Die Adoption kann im Ausland, aber auch in Deutschland stattfinden. Meistens wird sie jedoch im Herkunftsland ausgesprochen.

Können Alleinstehende in Deutschland ein Kind adoptieren?

Die Adoption eines Kindes durch Alleinstehende ist möglich, kommt aber nur in besonderen Fällen in Betracht, etwa wenn eine Verwandtschaft zum Kind besteht. Verheiratete Paare haben aufgrund besserer rechtlicher und finanzieller Absicherung der Familie größere Chancen auf eine Adoption, wie Experten sagen. In der Regel sind die Chancen, ein Kind als Single in Deutschland vermittelt zu bekommen, sehr gering.

Gibt es eine Altersgrenze für Adoptiveltern?

Einzelpersonen müssen im In- und Ausland mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Eheleuten muss mindestens einer von beiden 25 Jahre, der jüngere Ehepartner mindestens 21 Jahre alt sein.

Ein Höchstalter für Adoptiveltern gibt es offiziell nicht. Allerdings sollte der Altersabstand zu einem Adoptivkind „einem natürlichen Abstand“ entsprechen. In der Regel bevorzugten Jugendämter bei einer Adoption Paare unter 40 Jahren für einen Säugling, heißt es auf dem Berliner Familienportal „Familien für Kinder“.

Kann ein gleichgeschlechtliches Paar ein Kind adoptieren?

Bei einer Inlandsadoption spielt das Geschlecht des Ehepaares keine Rolle. Bei einer Auslandsadoption gelten nach Angaben des Bundesfamilienportals die rechtlichen Bedingungen des jeweiligen Landes.

Wer sucht den Namen des Kindes nach der Adoption aus?

Die Adoptiveltern können, wenn sie möchten, im Rahmen des Verfahrens zur Adoption den Vornamen neu bestimmen. Der Nachname ergibt sich durch den Familiennamen der Adoptivfamilie.

Wie lange dauert es, bis die Adoption vollzogen ist?

Ein Verfahren zur Adoption dauert mindestens ein bis zwei Jahre und kann sich bis zu sieben Jahre hinziehen, wie Experten sagen.

Wie unterstützt der Staat?

Adoptiveltern können wie andere Eltern auch staatliche Leistungen wie Elterngeld oder Kindergeld bekommen. Zusätzlich haben sie einen rechtlichen Anspruch auf die Begleitung durch Adoptionsvermittlungsstellen auch nach der etwa einjährigen Adoptionspflegezeit.

Was ist der Unterschied zwischen Adoptiv- und Pflegekindern?

Adoptierte Kinder sind rechtlich alleinige Kinder ihrer Adoptiveltern und nicht mehr mit ihren leiblichen Eltern und ihrer Herkunftsfamilie verwandt. Die Adoptiveltern haben sämtliche Rechte und Pflichten, wie zum Beispiel Sorgerecht und Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind. Pflegekinder bleiben dagegen rechtlich alleinige Kinder ihrer leiblichen Eltern.

Was sind weitere persönliche Voraussetzungen für eine Adoption?