„Konfliktzone Ostsee“

USA warnen Polen vor möglicher Provokation Putins

03.07.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der russische Staatschef Wladimir Putin könnte in Polen die Verteidigungsbereitschaft der Nato testen. (Archivbild) (Quelle: Alexander Zemlianichenko/reuters)

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Polen steht im Fokus von Russlands Staatschef Putin. Nun warnen die USA vor gezielten Provokationen. Die Nato ist alarmiert.

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara haben die USA den Bündnis-Partner Polen vor einem möglichen hybriden Angriff durch russische Streitkräfte gewarnt. Unter Berufung auf Vertraute des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki berichtete das britische Blatt „Daily Telegraph“, ein solcher Angriff könnte etwa mit Drohnen erfolgen oder durch russische Truppen, die beispielsweise die Bergung eines abgestürzten eigenen Hubschraubers vortäuschen. Ein polnischer Geheimdienstler wird mit der Warnung vor einem „hybriden Angriff“ im Grenzgebiet zitiert.

Polen grenzt im Osten an die russische Exklave Kaliningrad sowie an den russischen Verbündeten Belarus. Westliche Militärexperten fürchten, der russische Staatschef Wladimir Putin könnte mit der gezielten Provokation die Verteidigungsbereitschaft der Nato testen. Demnach könnten die USA auf Polen einwirken, um statt einer militärischen Eskalation auf eine Verhandlungslösung mit Russland zu setzen.

Polen erweckt Putins strategisches Interesse

Schon jetzt beobachten Nato-Militärs an der Ostgrenze der Allianz tägliche Provokationen. Mal wird der Luftraum über den baltischen Staaten verletzt, mal kreuzt ein russisches Kriegsschiff vor der Lübecker Bucht auf. Außenminister Johann Wadephul (CDU) warnte zuletzt vor einer neuen „Konfliktzone“ in der Ostsee.

Ein Kampfflugzeug der polnischen Luftwaffe vom Typ MiG-29 bei einem Übungsflug über Polen. Ukraine hat einige MiGs von seinem Nachbarn erhalten.Vergrößern des BildesEin Kampfflugzeug der polnischen Luftwaffe vom Typ MiG-29. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Björn Trotzki)

Der Militärexperte Oliver Moody sieht darin einen frühen Beleg für Russlands verändertes strategisches Interesse im Ostseeraum. In seinem neuen Buch „Konfliktzone Ostsee“ hält Moody fest: Es gehe „um etwas deutlich Größeres: einen generationenübergreifenden Wettstreit zwischen dem Westen auf jeder denkbaren Ebene (…) angefangen bei Energie und Wirtschaft bis hin zu Parlamenten und sozialen Netzwerken. Dieser Wettstreit hat zwei Dreh- und Angelpunkte: Einer ist die Ukraine. Der andere ist der Ostseeraum.“ In Polen kreuzen sich beide Interessenslinien.

Polen zählt seit 2022 zu den größten Unterstützern der Ukraine. Doch haben sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten zuletzt abgekühlt. So drohte die Regierung von Premier Donald Trump zuletzt, alte sowjetische Kampfjets vom Typ MiG-29 zu verschrotten statt sie an Kiew zu übergeben.

Hintergrund ist der Umgang mit der Partisanengruppe UPA im Zweiten Weltkrieg. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Ukrainische Partisanenarmee, die von Polen für die Ermordung Zehntausender polnischer Zivilisten verantwortlich gemacht wird. Erst Anfang Juli hatte das Parlament in Kiew die Errichtung einer nationalen Gedenkstätte beschlossen. In dem „Pantheon“ genannten Erinnerungsort sollen auch UPA-Kämpfer geehrt werden.