Mit einem schnellen Spiel eröffneten die Kostenpflichtiger Inhalt Niederrheinischen Sinfoniker das Abschlusskonzert der aktuellen Saison. Unter Giovanni Contis Dirigat spielten sie Roberto Sierras „Alegria“, mitreißend und temperamentvoll. Vielleicht profitierten sie dabei von den niedrigeren Temperaturen. Bis vor Kurzem hatte eine Hitzewelle das Leben noch entschleunigt und der RP-Redakteur Wolfram Goertz, der das nun siebte Konzert „Hört‘s mit Goertz“ moderierte, gebetet: „Herr, lass es eine Fata Morgana sein.“ Nun ließ er sich bei angenehmen Temperaturen in der gut besuchten Kaiser-Friedrich-Halle von den Sinfonikern musikalisch in südliche Gefilde entführen – passend zum Titel des Konzerts „Gen Süden“.
Unter der Leitung des Dirigenten Giovanni Conti, der in Kürze zur Deutschen Oper Berlin wechselt, servierte das Orchester energiegeladen einen spanisch gehaltenen ersten Teil und nach einer Pause Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 4 A-Dur Opus 90 „Italienische“. Im gekonnt servierten Kontrast zum lateinamerikanisch geprägten und rhythmischen Einstieg erinnerte die Interpretation von Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ – eine Hommage an die Gitarre, die spanische Folklore und die Gärten des Königspalastes – an einen wohltuenden, vom Licht umspielten Schatten. Das Orchester fing in ausdrucksvoller Instrumentierung grandios den Zauber der drei Sätze ein.
Niederrheinische Sinfoniker spielen Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie
Petrit Çeku, Sologitarrist aus Kroatien, begeisterte mit intensivem und ungemein feinsinnigen Spiel. Berührend war etwa seine innige Interpretation des Adagios, das von Melancholie und Leidenschaft getragen war, als dem wohl bekanntesten Satz des Werks. Für einen Moment schien der Solist dem wehmütigen Klang nachzuhorchen, ehe er mit dem Orchester das Allegro gentile elegant und leichtfüßig davon absetzte. Das Publikum war wie elektrisiert. Mit Isaac Albéniz‘ „Suite Española Nr. 1“, arrangiert von Çeku, endete der spanische Teil. Den Applaus erwiderte der Solist mit einer bezaubernden Zugabe mit der Gitarre pur.
In Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie sieht Goertz drei Sprachen vereinigt. Denn der deutsche Komponist stellte seine Version von italienischem Lebensgefühl bei der Londoner Uraufführung vor. Das Orchester begeisterte auch hier während des Auftritts. Das Publikum dankte mit lautem Beifall für die inspirierende Reise vor den Schulferien.
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