Ein Brautpaar auf dem Gehweg einer Plattenbausiedlung, im Hintergrund braune Wohnblöcke

AUDIO: Neue Ausstellungen in Weimar, Jena, Leipzig (5 Min)

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Stand: 03.07.2026 16:57 Uhr

In Sachsens Museen gibt es viel zu entdecken. Das MdbK in Leipzig zeigt moderne Kunst, das Zeitgeschichtliche Forum eine Ausstellung über DDR-Plattenbau, in Dresden sind Arbeiten von Otto Altenkirch zu sehen, das Militärhistorische Museum widmet sich „Wunderwaffen“ und die Robotron-Kantine zeigt DDR-Staatskunst. In Kamenz können Werke des Malers Stephan Popella erkundet werden. Und in Chemnitz geht es um Essen und Geschlechterrollen. Hier finden Sie ausgewählte Sonderausstellungen in Sachsen, die Sie nicht verpassen sollten und alle Service-Infos.

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Chemnitz

„Mahlzeit!“: Ausstellung über Essen und Geschlechterrollen| bis 1. November 2026

Das Museum Gunzenhausen in Chemnitz widmet sich im zweiten Teil seiner „Mahlzeit!“-Reihe dem Thema Gender und Essen. Unter dem Titel „Serving Gender“ werden Geschlechterrollen in Bezug auf Essen aus feministischer Perspektive hinterfragt. Die Schau ist wie ein Sechs-Gänge-Menü aufgebaut – die einzelnen Gänge beleuchten verschiedene Aspekte an der Schnittstelle von Essen und der sozialen Rolle der Frau. Präsentiert werden Kunstwerke verschiedenster Epochen: Vom 17. Jahrhundert über bedeutende feministische Positionen der 1970er-Jahre bis hin zu zeitgenössischen Werken.

Eine Frau stillt eine erwachsene Frau, die auf ihrem Schoß liegt.

Auch zeitgenössische Arbeiten wie „Mutterliebe“ von Sophia Süßmilch sind in der Ausstellung in Chemnitz zu sehen.

„Mahlzeit“ – Serving Gender“
4. Juli 2026 bis 1. November 2026

Museum Gunzenhausen

Stollberger Str. 2
09119 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, 11 bis 18 Uhr

Eintritt:
10 Euro, ermäßigt 6,50 Euro

„Eine unvollendete Geschichte“ – ein Restitutionsfall | bis 4. Oktober 2026

Es ist ein Thema, über das seit einigen Jahren in Museen sehr intensiv diskutiert wird: Provenienz und Restitution. Denn nachzuvollziehen, wo Kunstwerke und andere Kunstwerke herkommen und durch welche Hände sie gegangen sind, ist eine Kunst für sich. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage, ob es dabei immer fair zuging oder ob nicht etwa das Nazi-Regime jüdische Menschen bestohlen hat. In solchen Fällen stellt sich dann die Frage, wie das heute wieder gutgemacht werden kann. In den Kunstsammlungen Chemnitz ist nun so ein Fall aufgetaucht: Das Porträt des Sammlers David Leder von Gustav Schaffer ist auch nach langer Recherche nicht um jeden Zweifel erhaben. David Leder wurde ins KZ Sachsenhausen verschleppt, bevor er aus Deutschland fliehen konnte. Ein Großteil seiner Sammlung ging verloren.

Rahel Szalit (1894–1942): "Selbstbildnis" (1925), Pastell auf Papier: Eine Zeichnung von einer Frauz, sie hält mit einer Hand das Tuch, was ihr um den Schultern liegt, sie trägt gescheiteltes Haar

In der Ausstellung der Chemnitzer Kunstsammlungen sind auch Arbeiten von Rahel Szalit zu sehen.

In der neuen Ausstellung „Eine unvollendete Geschichte“ steht sein Porträt im Zentrum und ist umgeben von zahlreichen Dokumenten über das Gemälde. Doch ob das Bild 1933 wirklich verschenkt wurde, lässt sich kaum noch nachvollziehen. Neben diesem Fall werden verschiedene Kunstwerke ausgestellt, die aus jüdischen Sammlungen stammen: von Max Liebermann, Rahel Szalit, Oskar Kokoschka und Otto Theodor Wolfgang Stein.

Gustav Schaffer: "Bildnis David Leder" (1920), Öl auf Holz. Das Porträt eines Mannes im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ein Mann mit hoher Stirn, glatt zurückgekämmten Haaren, im Hintergrund - er sitzt vor einem Fenster - sieht man die Stadt Jerusalem.

„Eine unvollendete Geschichte“

„Eine unvollendete Geschichte – Die Kunstsammlung von Lola und David Leder in Chemnitz
vom 29. Mai bis 4. Oktober 2026

Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1
09111 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 11 bis 18 Uhr
Montags geschlossen

Eintritt:
10 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro

Ausgewählte Termine:
Kuratorenführung am 29. August 2026, 16:00 Uhr

Dresden

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“ I bis 27. September 2026

Geprägt von seiner Ausbildung bei Eugen Bracht und den Jahren zwischen Berlin und Dresden, entwickelte Altenkirch früh eine eigene Handschrift in der Landschaftsmalerei. Ab 1910 sicherte ihm seine Tätigkeit als Hoftheatermaler die Grundlage für ein erstaunlich produktives Schaffen: Über 2.300 Gemälde entstanden, meist direkt vor der Natur rund um Ziesar, den Dresdner Heller und Siebenlehn.

Gemälde von Otto Altenkirch, Birkenweg am Hellergut, 1930: Eine Allee mit Birken

Otto Altenkirchs enormer Schaffenskraft widmet die Städtische Galerie Dresden 2026 eine Ausstellung.

Mit sicherem Gespür für Licht, Wetter und Stimmung hielt Altenkirch flüchtige Eindrücke fest und setzte sie mit lebendigem Farbauftrag um. Zeitgenossen nannten ihn nicht ohne Grund den „sächsischen Liebermann“. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Dresden lädt dazu ein, sein Werk neu zu entdecken und die Landschaften kennenzulernen, die ihn inspirierten.

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“
28. März bis 27. September 2026

Städtische Galerie Dresden
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr
24., 25., 31. Dezember: geschlossen
1. Januar: 14 bis 18 Uhr

Eintritt:
8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Freitag ab 12 Uhr freier Eintritt

Zwei Männer stehen in einer Ausstellung vor einem Bild

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“

Neuer Blick auf DDR-Staatskunst I bis 26. Juli 2026

Die Ausstellung „Produktive Unruhe“ in der Robotron-Kantine in Dresden zeigt Werke der Kunstausstellungen der DDR. Denn Dresden war seit 1946 Austragungsort der alle fünf Jahre stattfindenden großen Kunstschauen, die Staatskunst der DDR präsentierten. Die Dresdner Schau zeigt nun, wie vielfältig die dort gezeigte Kunst, insbesondere ab den 80er Jahren, war.

Sabine Slatosch - Mensch und Umwelt II,  1987/88

Teil der Ausstellung in Dresden: Sabine Slatosch: „Mensch und Umwelt II“ von 1987/88.

Die Ausstellung zeigt Werke und Leihgaben von insgesamt mehr als 50 Künstler*innen. Aktuelle künstlerische Positionen werden den Werken aus DDR-Zeiten gegenübergestellt.

Blick in einen Ausstellungsraum mit einem großen Foto hinter einem Podest mit Skulpturen.

„Produktive Unruhe“
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er-Jahren.
21. Mai bis zum 26. Juli 2026

Robotron-Kantine
Lingnerallee am Skatepark
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag, von 16 bis 19 Uhr
Samstag und Sonntag, von 12 bis 18 Uhr

Eintritt: frei

„Wunderwaffen“ I bis 9. März 2027

Kriegstechnik dient nicht nur dem Kampf, sondern auch der Propaganda, das zeigt die Ausstellung im Militärhistorischen Museum. Im 20. Jahrhundert inszenierten die Nazis Tiger-Panzer, „Stuka“, insbesondere ihre V 1 und V 2, Vorläufer heutiger Marschflugkörper bzw. ballistischer Raketen, als sogenannte Vergeltungs- bzw. Wunderwaffen. Namen, die bis heute bekannt sind. Gerade auch in Großbritannien und Belgien, wo die „fliegenden Bomben“ tausende Todesopfer forderten.

Ein Plakat mit Panzer und Flugkreisel-Objekt, das auf die Ausstellung "Wunderwaffen" in Dresden hinweist.

Das Militärhistorische Museum in Dresden beleuchtet, wie Kriegstechnik und Propaganda zusammenspielen.

Die Ausstellung beleuchtet die Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung damals, das Fortleben in Verschwörungstheorien, Technikmythen und Popkultur heute. Zumal die Propaganda um Waffen im Angesicht des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine aus Sicht der Kuratoren auch in der Gegenwart weiter ungebrochene Bedeutung besitzt.

Kampfpanzer Tiger der Wehrmacht in der Ausstellung

Wunderwaffen – Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus“
bis 9. März 2027

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
Montag: 10 bis 21 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag: 10 bis18 Uhr
Mittwoch geschlossen

Eintritt: frei

Ausstellung über mentale Gesundheit im Hygiene-Museum I bis 4. April 2027

Das Dresdner Hygiene-Museum widmet sich in der Ausstellung „Wie geht’s?“ dem komplexen Thema mentale Gesundheit. Dabei stehen psychische Erkrankungen ebenso im Fokus wie die vielfältigen Herausforderungen im Alltag.

Die Schau verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse zu mentaler Gesundheit mit persönlichen Geschichten von Menschen, die über ihren persönlichen Umgang mit psychischen Herausforderungen sprechen. Die Besucherinnen und Besucher können sich an interaktiven und künstlerischen Stationen selbt einbringen.

Menschen liegen auf einem riesigen Bett mit bunten Kissen.

Wie geht’s?“
Ausstellung über mentale Gesundheit
7. März 2026 bis 4. April 2027

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
montags geschlossen (geöffnet Ostermontag & Pfingstmontag)

Eintritt:
Regulär 12 Euro, ermäßig 9 Euro

Mit Glanz und Gloria: Sachsen-Trilogie und Filmgeschichte I bis 25. Oktober 2026

Als die DEFA 1983 den Mehrteiler über Aufstieg und Fall des sächischen Königshauses drehte, war das Dresdner Residenzschloss noch eine Ruine. Schwer, da barocken Zauber einzufangen. Regisseur Hans-Joachim Kasprzik scheute mit seinem Riesenstab weder Kosten noch Mühen. Dietrich Körner und Rolf Hoppe spielten die Sachsenkönige, bis in die Nebenrollen war das Epos hochkarätig besetzt. Es war die teuerste DEFA-Produktion aller Zeiten, ein Exportschlager – und eine Filmlegende. Zum 40. Jubiläum der Erstausstrahlung zeigt das Kraszewski-Museum Dresden jetzt eine Ausstellung, die sich der Verfilmung und der literarischen Vorlage von Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) widmet.

Dietrich Körner (König August II. von Sachsen) (li), Marzena Trybala (Anna Constantina von Hoym, spätere Gräfin Cosel) (re)

Dietrich Körner spielt König August II. von Sachsen (l.), Marzena Trybala war in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ Anna Constantina von Hoym, die spätere Gräfin Cosel.

Die Schau soll vor Augen führen, wie unterschiedlich der Blick auf Geschichte ausfallen kann, in den Fokus nimmt sie auch die Zeit des Barock selbst, mit dem höfischen Leben samt seiner Festkultur, der Jagd, aber auch Ereignissen wie der Erfindung des Porzellans. Das TV-Epos beruht auf Kraszewskis sogenannter „Sachsen-Triologie“ – „Gräfin Kosel“, „Brühl“ und „Aus dem Siebenjährigen Krieg“. Das Museum wurde 1960 im ehemaligen Wohnhaus des polnischen Schriftstellers eingerichtet und dient dem kulturellen Austausch.

Louis de Silvestre, König August III. von Polen (1696–1763) in polnischer Tracht. Um 1737

Mit Glanz und Gloria“
Von J. I. Kraszewskis Sachsen-Trilogie zur Film-Geschichte
10. Dezember 2025 bis 25. Oktober 2026

Kraszewski-Museum Dresden
Nordstraße 28
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag und Feiertage: 12 bis 17 Uhr

Eintritt:
4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkarte 9 Euro
Freitags ab 13 Uhr ist der Eintritt für alle Besucher frei (außer an Feiertagen).

Kamenz

Stephan Popella: Blick hinter die „heile“ Welt | 20. September 2026

Mit „Ende–Neu. Bilder einer ‚heilen Welt'“ zeigt das Museum der Westlausitz in Kamenz eine eindrucksvolle Werkschau des aus Bautzen stammenden Malers Stephan Popella. In rund 50 Gemälden verbindet er altmeisterliche Präzision mit zeitgenössischen Motiven und entlarvt vermeintliche Idylle als fragile Konstruktion. Popellas fast fotorealistische Bilder zitieren Filmstills, historische Figuren und archetypische Rollenbilder, die er mit Ironie und feinen Brüchen auflädt. Thematische Kapitel wie „Arcadia“ oder „Kinderspiel“ laden dazu ein, die vielschichtigen Erzählungen selbst zu entschlüsseln.

Gemälde mit zwei sitzenden jungen Personen auf einem Stuhl, eine hält ein Gewehr. Über der Lehne hängt eine Flagge der USA.

Stephan Popellas Ausstellung „Ende – Neu“

„Ende–Neu. Bilder einer ‚heilen Welt'“
10. Mai bis 20. September 2026

Museum der Westlausitz – Elementarium
Pulsnitzer Straße 16
01917 Kamenz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Leipzig

Ausstellung zeigt Gewinner des BMW Photo Awards | bis 13. September 2026

Die Ausstellung im MdbK Leipzig präsentiert Arbeiten der Gewinner des BMW Photo Awards 2026. Zu sehen sind Fotografien von Viktoria Binschtok, Harald Kirschner und Jay Ritchie. Kurator Philipp Freytag erklärte, die Arbeiten der Preisträger zeigten ein enormes künstlerisches Spektrum.

Kirschner sei in den 40er-Jahren geboren, Binschtok in den 70er-Jahren und Ritchie Anfang der 90er-Jahre. „Und so wie sie verschiedenen Generationen entstammen, verfolgen sie auch ganz unterschiedliche fotografische Ansätze“, so der Kurator. Die gezeigten Werke reichen von digitaler Fotografie über Porträts zu Identität und Geschlecht bis zu dokumentarischen Bildern des Leipziger Stadtteils Grünau.

Schwarz-Weiß-Foto ein junger Mann und eine junge Frau auf einem Motorrad.

BMW Photo Award
Viktoria Binschtok / Harald Kirschner / Jay Ritchie
11. Juni bis 13. September 2026

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Mittwoch: 12 bis 20 Uhr

Eintritt:
12 Euro, 6 Euro ermäßigt

Emotionale Foto-Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum | bis 4. April 2027

Abraham Mittelmann kam um 1900 nach Leipzig. Er stammte aus einer Stadt im heutigen Belarus. Um seine Familie zu ernähren, gründete er ein Fotostudio. Ab 1909 sind die meisten seiner heute noch erhaltenen Bilder entstanden, beziehungsweise deren Negative – wertvolle, lichtempfindliche Glasplatten.

Schwarz-Weißbild von einem Mann und einer Frauudn

Selbstporträt von Abram Mittelmann und Alma Goliner als Liebespaar, vermutlich 1933/1938

Seine Bilder zeigen Menschen als Künstler, beim Lesen einer Zeitung, mit verschmitztem oder konzentriertem Blick, mit verstohlenem Lächeln oder auch gezeichnet vom harten Leben. Wer damals ein Porträtfoto wünschte, ob Künstler, Arbeiter, Hochzeitspaare, ließ es im Fotoatelier Mittelmann in Leipzigs Süden fertigen.

Über fünf Jahrzehnte verstaubte das Foto-Archiv Mittelmanns auf einem Leipziger Dachboden. 1939 war der Fotograf vor den Nazis geflohen. Erst in den 1980er-Jahren erinnerte man sich an ihn und seine Fotos, erkannte deren dokumentarischen Wert. Heute lassen sich dank einer digitalen Datenbank auch viele der Geschichten und Namen hinter den Porträts rekonstruieren. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt dies in einer Ausstellung zum jüdischen Themenjahr „Tacheles“.

Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann“
03.06.2026 – 04.04.2027

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Haus Böttchergäßchen
Böttchergäßchen 3
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag–Sonntag, Feiertage 10–18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 8 €, ermäßigt: 4 €, Abendkarte (1h vor Schließung): 4 €
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18 Lebensjahr frei
An jedem 1. Mittwoch im Monat 3 €.

Zum Fotoarchiv Mittelmann

„Bilderkosmos #3“: MdbK zeigt Schätze aus dem Depot | bis 25. April 2027

Das Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK) zeigt unter dem Titel „Bilderkosmos“ Highlights aus der eigenen Sammlung, darunter lange nicht gezeigte oder erstmals präsentierte Werke. Der Fokus der Schau liegt auf Kunst der DDR. In einem chronologisch aufgebauten Rundgang können die Besucherinnen und Besucher Arbeiten des Malers Max Beckmann, Werke der Leipziger Schule und auch zeitgenössische Positionen betrachten.

Norbert Bisky, Treibjagd, 2005,

Neben Kunst der DDR sind in der Ausstellung in Leipzig auch zeitgenössische Werke zu sehen – so etwa Norbert Biskys „Treibjagd“ (2005).

Auch Werke von Künstlerinnen der DDR sind Teil der Ausstellung. Zu sehen sind etwa Arbeiten von Monika Geilsdorf, ein Werk der früh verstorbenen Malerin Petra Flemming, sowie mehrere Frauenbilder von Doris Ziegler. Auch Gudrun Brüne und die Ostberliner Malerin Cornelia Schleime, die 1984 ausgebürgert wurde, sind in der Schau vertreten.

Max Schwimmer, Colombine

Bilderkosmos #3 Leipzig im Dialog“
23. April 2026 bis 25. April 2027

Museum der bildenden Künste
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Mittwoch, 12 bis 20 Uhr
Montag geschlossen

„Platte – Leben in der Großwohnsiedlung“ | bis 17. Januar 2026

Das Zeitgeschichtlichen Forum widmet sich anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Leipzig-Grünau in einer Kabinettausstellung dem DDR-Plattenbau. Unter dem Titel „Platte – Leben in der Großwohnsiedlung“ wird die Platte als sozial- und kulturgeschichtliches Phänomen beleuchtet. Dabei stehen persönliche Zeugnisse wie Fotografien, Dokumente, Objekte und Zeitzeugenberichte im Mittelpunkt. Neben Leipzig-Grünau betrachtet die Schau weitere ostdeutsche Großwohnsiedlungen und vergleichbare Bauprojekte in Westdeutschland und Europa.

Ein Brautpaar auf dem Gehweg einer Plattenbausiedlung, im Hintergrund braune Wohnblöcke

Zahlreiche Fotos zeigen in der Ausstellung das Leben in der Platte in Leipzig-Grünau.

Vier junge Menschen in einer Ecke eines Ausstellungsraumes vor einer lila Wand, auf der gelb das Wort Platte steht, darunter Bilder

„Platte – Leben in der Großwohnsiedlung“
3. Juli 2026 bis 17. Januar 2027

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Str. 6
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und Feiertage,10 bis 18 Uhr

Eintritt: frei

Botenstoffe: Textilien als politische Erzähler | bis 9. August 2026

Textilien sind allgegenwärtig – doch kaum jemand liest ihre verborgenen Geschichten. Die internationale Gruppenausstellung „Botenstoffe“ macht Stoffe, Kleidung und Gewebe als Träger sozialer, ökologischer und historischer Bedeutungen sichtbar. Im Fokus stehen globale Produktionsketten, koloniale Verflechtungen und verloren gehendes handwerkliches Wissen ebenso wie textile Erzähltraditionen und ihre politische Kraft.

Das Werk "Alle Kleider einer Frau" zeigt einen Frauenkörper von Hinten in einem roten Trägerkleid, aber ohne Kopf, umgeben von zahlreichen bunten Kleidungsstücken.

In der Ausstellung „Botenstoffe“ dreht sich alles um Textilien.

Von alter Handwerkskunst über Industrialisierung bis zur Digitalisierung zeigen zeitgenössische künstlerische Positionen, wie Knüpfen, Weben und Nähen zu gesellschaftskritischen Werkzeugen werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, Stoffe neu zu betrachten – und wieder lesen zu lernen.

„Botenstoffe“
25. April bis 9. August 2026

Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsen 6 Euro/ermäßigt 3 Euro
mittwochs freier Eintritt

Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Thessaloniki | bis 9. August

Thessaloniki war über Jahrhunderte ein multi-ethnischer Ort, geprägt von einer großen jüdischen Gemeinschaft. Mit der deutschen Besatzung ab 1941 wurde dieses Leben systematisch ausgelöscht: Raubzüge, Ghettoisierung, Deportationen und die Zerstörung des jahrhundertealten jüdischen Friedhofs stehen sinnbildlich dafür. In „Das Gedächtnis der Steine“ nähern sich Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl in Fotografien und Texten den Spuren des Abwesenden. Sie fragen nach Erinnerungsfähigkeit, nach den unscheinbaren Orten des Alltags und nach Fragmenten, die noch Zeugnis ablegen können – leise, eindringlich und historisch präzise.

Das Gedächtnis der Steine – Spuren jüdischer Geschichte und deutscher Besatzung in Thessaloniki
25. April bis 9. August 2026

Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsen 6 Euro/ermäßigt 3 Euro
mittwochs freier Eintritt

Zwischen Exil und Großstadt: Fotografien von Fred Stein | bis 31. Juli 2026

Der jüdische Fotograf Fred Stein hielt mit seiner Kamera Flucht, Exil und Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts fest. Zwei Ausstellungen in Leipzig widmen sich nun seinem Werk: Im Capa-Haus stehen Fotografien zum Spanischen Bürgerkrieg im Mittelpunkt, eindringliche Porträts von Kindern, die vor dem Krieg nach Frankreich fliehen mussten, aber auch Aufnahmen aus dem Exil in Paris. Die Deutsche Nationalbibliothek zeigt Arbeiten aus seiner Zeit in den USA, darunter Porträts von Hannah Arendt, Albert Einstein und anderen Exilanten. Zusammen zeichnen die beiden Ausstellungen das bewegte Leben eines Fotografen nach, der selbst Flucht und Neubeginn erfahren musste.

Schwarz-weiß-Fotografie einer größeren Gruppe von Kindern, die auf der Stufe einer Veranda sitzen.

Eine der Fotografien von Fred Stein, die in der Ausstellung im Capa-Haus Leipzig gezeigt wird.

„Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg“
1. April bis 31. Juli 2026

Capa-Haus
Jahnallee 61
04177 Leipzig

„Out of Exile. The Photography of Fred Stein“
Bis 4. Juli 2026

Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Exilarchiv 1933–1945
Deutscher Platz 1
04103 Leipzig

Gärten als Spiegel der Gesellschaft | bis 31. Januar 2027

Von „Gärten und Menschen“ erzählt die neue Sonderausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Rund 400 Objekte und Medienstationen zeigen Gärten als Spiegel der Gesellschaft, der zeitliche Bogen wird gespannt vom Kriegsende 1945 bis ins Heute. Mitmachen ist erwünscht: ob beim Voting zu bestimmten Themen oder beim Teilen von Fotos unter den Motto „Mein Glück im Grünen“.

Eine Frau schaut lächelnd in eine Museumsvitrine mit einem Schuh.

„Rewild the Run“: Der Schuh von Designerin Kiki Grammatopoulos ist vom Bisonhuf inspiriert. Schlaufen an der Schuhsohle wirken wie Klettverschlüsse, an denen Pflanzensamen haften bleiben und sich beim Laufen weiterverteilen.

Präsentiert werden zudem die Preisträger der Mitmach-Aktion „Gärtnern mit Zukunft“. Gemeinsam mit dem Ökolöwen – Umweltbund Leipzig e. V. und der Redaktion von MDR Garten hatte das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig nach kreativen Lösungen und praktischen Ideen zu Klimawandel, Energieknappheit und schwindender Biodiversität aus Perspektive von Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern gefragt.

Übern Zaun – Von Gärten und Menschen“
9. März 2025 bis 31. Januar 2027

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag sowie Feiertage: 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen

Eintritt: frei

„Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“ – Gewaltgeschichte in der Riebeckstraße

Über die Veränderungen in der Geschichte hinweg war das Unrecht in der Leipziger Riebeckstraße seltsam konstant. 1892 wurde dort die Leipziger Arbeitsanstalt gegründet „und war über Jahrzehnte hinweg Inbegriff von repressiver Sozialpolitik, Stigmatisierung, Ausgrenzung und Arbeitszwang“, heißt es von Initiative Riebeckstraße 63 e.V.

„Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“

Auf dem Gelände waren Betriebe ansässig, die von Zwangsarbeit profitierten, und Verwahrungseinrichtungen. Der Verein will diese Geschichte vor Ort erzählen. Mit Fördermitteln des Landes Sachsen aus dem Vermögen der SED wurde das ehemalige Pförtnerhaus saniert, wo nun die Werkstattausstellung „Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“ wechselhafte Geschichte des Ortes und von den verfolgten Gruppen erzählt.

Werkstattausstellung „Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung

Riebeckstraße 63 e.V.
Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig

Öffnungszeiten:
Donnerstags, von 14 bis 18 Uhr
Weitere Termine nach Vereinbarung

Eintritt: frei

Mehr zu Ausstellungen, Museen und Kunst in Sachsen

Ein Mann steht an einem Geländer und schaut auf ein Bild mit einer imposanten Eislandschaft.

Eine Frau, ein Mann und zwei Kinder in der interaktiven Ausstellung des Kindermuseums Leipzig.

Neo Rauch - Stern, 2001; Öl auf Papier; 296 × 200 cm; Sammlung Deutsche Bank

Leipzig, auf dem Foto Blick in einen Ausstellungsraum des Museums der bilden...