Soll sich die Stadt Köln für ein Nachtflugverbot am Flughafen Köln/Bonn einsetzen? Mit dieser Frage hat sich der Stadtrat beschäftigt. Am Ende fiel die Entscheidung jedoch anders aus, als es sich einige Fraktionen gewünscht hatten.

Seit Jahren sorgt der Flughafen Köln/Bonn für Diskussionen. Während viele Reisende auch nachts starten oder landen, klagen Anwohner über Lärm und schlaflose Nächte. Jetzt stand das Thema erneut auf der politischen Tagesordnung.

📌 Flughafen Köln/Bonn

  • Offizieller Name: Köln Bonn Airport
  • Eröffnung: 1938 (ziviler Flugbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut)
  • Besonderheit: Einer der wenigen deutschen Verkehrsflughäfen mit 24-Stunden-Betrieb
  • Angebot: Passagier- und Frachtflüge sowie Geschäfts- und Sonderverkehr
  • Bedeutung: Wichtiger internationaler Verkehrs- und Logistikstandort in Nordrhein-Westfalen

Flughafen Köln/Bonn: Streit um Nachtflüge

Der Anlass für die Debatte liegt in laufenden Gesprächen zwischen dem Flughafen Köln/Bonn und dem NRW-Verkehrsministerium. Dabei geht es um künftige Regeln zum Lärmschutz. Die derzeitigen Vorgaben mit den Bestimmungen für Nachtflüge gelten nur noch bis zum Jahr 2030.

Die Städte rund um den Flughafen Köln/Bonn können dem Land ihre Haltung mitteilen. Mehrere Fraktionen im Kölner Rat wollten diese Gelegenheit nutzen. Vor allem die Grünen setzten sich dafür ein, in der Stellungnahme ein Nachtflugverbot für Passagierflüge zu verlangen.

Auch Die Linke unterstützte diesen Vorstoß. Fraktionschef Heiner Kockerbeck verwies darauf: „Die Städte Rösrath und Bergisch Gladbach mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis haben bereits vor Monaten reagiert“, sagte Kockerbeck, „sie regen ein Verbot von Passierflügen in der Kernzeit von 0 bis 5 Uhr morgens an“.

Keine Mehrheit

Für diese Forderung fand sich im Rat aber keine Mehrheit. Stattdessen beschlossen die Ratsmitglieder einen anderen Weg. Der Flughafen Köln/Bonn soll sich bei der Gewinnung neuer Flugverbindungen stärker dafür einsetzen, dass möglichst viele Flüge tagsüber stattfinden.

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SPD-Ratsmitglied Ralf Heinen sprach sich für einen ausgewogenen Kurs aus. Es brauche einen „fairen Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Dynamik und berechtigten Lärm- und Klimaschutz-Interessen“.

Der Flughafen Köln/Bonn verwies auf Anfrage des WDR auf seine unbefristete Genehmigung für einen 24-Stunden-Betrieb. Gleichzeitig erklärte der Flughafen, bereits Anreize für Fluggesellschaften zu schaffen, möglichst wenige Verbindungen nachts anzubieten. Dafür seien die Nachtzuschläge deutlich erhöht worden. Nach Angaben des Flughafens sollen diese Gebühren künftig sogar noch weiter steigen.