Stand: 03.07.2026 20:00 Uhr
Zerschlagene Fenster, aufgerissene Schränke, Schmierereien an der Wand. Immer häufiger geraten Kitas und Schulen ins Visier von Einbrechern. Für die Kinder und das Personal ist das beängstigend.
Martin Trautz ist fassungslos. Bereits zum vierten Mal wurde in seine Kita eingebrochen. Dieses Mal haben sich die Täter über eine Glastür Zugang verschafft. Das Büro des Kitaleiters in Hannover ist verwüstet. Das Ziel der Einbrecher war anscheinend erneut der Safe. Mehrere Male wurde er bereits gestohlen. Was die Täter nicht wussten: Seit dem letzten Einbruch ist der neue Tresor fest in der Wand verankert. Versucht haben es die Täter trotzdem, wie Löcher und Kratzspuren an der Wand zeigen.
Täter haben es offenbar auf Tablets abgesehen
Die Kita von Martin Trautz liegt mitten in einer Wohngegend. Rund um das Gebäude stehen Mehrfamilienhäuser. In dem Safe in seinem Büro lagern Tablets im Wert von mehreren Hundert Euro. Warum die Täter für einen vergleichsweise geringen Betrag ein so hohes Risiko eingehen, versteht der Kitaleiter nicht.
Einbrüche für Kinder und Personal beängstigend
„Für die Kinder ist das natürlich eine belastende Situation. Dann sind Bereiche der Kita abgesperrt, die Polizei ist da, die Spurensicherung und wir müssen den Kindern dann erklären, was in ihrer Kita los ist.“ Auch für das Personal sei die Situation unangenehm. „Der Frühdienst macht morgens alleine auf und wenn der dann feststellt, hier war jemand, ist das natürlich beängstigend“, schildert Trautz.
Zahl der Einbrüche in Kitas und Schulen nimmt zu
Träger der Kita ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover. Insgesamt betreibt der Verein mehr als 50 Kitas. AWO-Vorstand Gordon Braun spricht von einer starken Zunahme der Einbrüche. „Normalerweise haben wir etwa vier bis fünf pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es plötzlich 20.“ In den vergangenen Jahren ist der AWO nach eigenen Angaben ein Schaden von mehr als 100.000 Euro entstanden. Das Landeskriminalamt (LKA) bestätigt den Eindruck. Laut LKA hat die Zahl der Kita- und Schuleinbrüche in der Region Hannover zwischen März und Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 50 Prozent zugenommen. Die Behörde verweist aber darauf, dass es sich dabei um vorläufige Zahlen handelt. In vielen Fällen liefen noch Ermittlungen, abschließende Rückschlüsse könne man erst danach ziehen.
Motive der Täter sind unklar
Warum es so viele Kitas und Schulen trifft, darüber lässt sich aktuell nur spekulieren. Ein Grund könnte laut Polizei aber der leichte Zugang zu den Gebäuden sein. Kitas und Schulen liegen oft separiert und sind in ihrer Bauweise verwinkelt, also schlecht einsehbar. Nach den Betriebszeiten sind sie außerdem meistens verlassen.
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