
AUDIO: Beschlagnahmte Raubkatzen aus Schkeuditz in Spanien angekommen (1 Min)
Beschlagnahmte Großkatzen
Stand: 03.07.2026 19:03 Uhr
Sechs beschlagnahmte Tiger aus Sachsen sind in Südspanien angekommen. Das teilte ein Sprecher der Tierschutzorganisation AAP mit. Die Tiere hätten die mehr als 2.000 Kilometer lange Reise in je einer eigenen Box wohlbehalten überstanden. Unter anderm habe ein Tierarzt den Transport begleitet. Nach einem Monat in Quarantäne würden die Tiger in einer Auffangstation fachgerecht versorgt. Die Großkatzen erwarte danach ein Außengehege von rund 3.000 Quadratmetern mit Pool und Klettermöglichkeiten.

Für die Tiger, die das Landratsamt Nordsachsen beschlagnahmte, soll Südspanien das neue Zuhause werden.
Nach Angaben der Tierschützer wurden die Tiger während der Reise regelmäßig mit frischem Wasser versorgt und von einem Tierarzt begleitet. Auf Fütterung habe man verzichtet, um ihren Magen nicht zu überlasten. „In der Natur fressen Tiger auch nur etwa zweimal in der Woche“, so der AAP-Sprecher. Während der knapp vier Wochen andauernden Quarantäne in kleinen Innengehegen würden die Tiger unter anderem auf Darmparasiten untersucht. „Das ist eine schwere Zeit.“ Doch sei es eine Vorgabe der EU. Wenn alles in Ordnung sei, könne die Quarantäne auch früher enden.
Tiger von Landratsamt beschlagnahmt
Die Tiger stammen aus der Privathaltung einer ehemaligen Zirkusartistin in Schkeuditz. Sie waren vom Landratsamt Nordsachsen beschlagnahmt worden, nachdem Mitte Mai ein Tiger aus der Anlage ausgebrochen war und von der Polizei erschossen wurde. Danach gab es ein Hin und Her um das Gehege. Das Landratsamt setzte eine mittlerweile verstrichene Frist zur Vergrößerung. Halterin Carmen Zander betonte, dass ihr Gehege mittlerweile eine Zoogröße aufweise. Das Landratsamt sah gemäß geltender Bestimmungen nur ausreichend Platz für zwei Tiger.
Tiger-Duo in Schkeuditz wird überwacht
Zwei Raubkatzen verbleiben in Schkeuditz. Zander hatte davor gewarnt, die von ihr aufgezogene Tigergruppe auseinanderzureißen. Das sei für die Tiere „fatal“ sagte sie in der MDR-Sendung „Fakt Ist ! vom 3. Juni 2026. Ein Sprecher des Landratsamtes erklärte nun: „Wir werden weiterhin genau im Blick haben, wie sich die Haltungsbedingungen für die beiden Tiere entwickeln.“
Mehr zum Thema Privates Tigergehege in Schkeuditz



MDR (ahi/wim)/dpa