Bielefeld. Auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit 2025/26 können die beiden Intendanten der Komödie am Klosterplatz, Bernd Gnann und René Heinersdorff, zurückblicken. So erfolgreich, dass sie sich nicht scheuten, den weiten Weg von ihrem „Stammhaus“ in Karlsruhe nach Bielefeld zurückzulegen, um diese frohe Kunde mitzuteilen. Zugegeben, ein paar andere Dinge waren auch noch zu klären in Ostwestfalen: So hatten die beiden ein Date mit dem Vermieter ihres Lustspielhauses, Christoph Buse, um mit ihm über den Einbau einer Klimaanlage in den beiden Vorführungssälen und im Foyer zu parlieren. Diese Raumkühlung wird, wenn es klappt, ab der nächsten Spielzeit im Einsatz sein. Und was ist jetzt mit der abgelaufenen Spielzeit?
165 Vorstellungen zählen Gnann und Heinersdorff auf, 36.000 Besucher waren auf der erfolgreichen Suche nach etwas Kurzweil, deutlich mehr als im Vorjahr. Das Stück mit dem Lück, „Es ist nur eine Phase, Hase“, erwies sich mit 6.200 Besucherinnen und Besuchern als das Publikumsträchtigste. Kein Wunder, war es doch ein Heimspiel für den Bielefelder Ingolf Lück und seine ebenfalls Bielefelder Bühnenpartnerin Tanja Haller.
„Unser Konzept mit einem breit gefächerten Boulevardtheater-Angebot hat sich ausgezahlt“, sagt Bernd Gnann. Das bestätigt sein Co-Intendant: „Nur das, was in unseren anderen Häusern funktioniert, kommt auch nach Bielefeld“, ergänzt Heinersdorff. Ihm ist noch eine Besonderheit am Klosterplatz aufgefallen: „Das Durchschnittsalter der Gäste hier liegt bei – über den Daumen – 55 Jahren. In unseren anderen Schauspielhäusern ist es mehr“.
Für die neue Spielzeit, die am 18. September beginnt, kündigt René Heinersdorff ein modifiziertes Programmkonzept an: Nicht Altbewährtes findet den Weg nach Bielefeld, sondern gänzlich Neues. Die von ihm inszenierte Bühnenfassung von Sebastian Fitzeks „Kein Thriller“-Roman „Elternabend“ feiert in der Komödie am Klosterplatz Weltpremiere. Es geht darin um zwei wildfremde Menschen, beide kinderlos, um ein paar Klimaaktivisten, einen Klassenrüpel, einen verbeulten SUV und einen Baseballschläger.
Das Ein-Personen-Stück „Macho Man“ mit Patrick Cambiaghi-Nitschke folgt Mitte Oktober. Der arme Kerl ist frisch getrennt und verliebt sich im Antalya-Urlaub Hals über Kopf in die bildhübsche Aylin – und sie sich in ihn. Allerdings hat er sich fortan mit den besonderen Gepflogenheiten einer türkischen Großfamilie auseinanderzusetzen.

Vier Frauen singen sich die Seele aus dem Leib.

Besonderheiten ganz anderer Art werden in der musikalischen Komödie „Männerbeschaffungsmaßnahmen“ erzählt: Vier Frauen singen sich unter psychologischer Betreuung die Seele aus dem Leib auf der Suche nach Mr. Nice Guy – hemmungslos, wie man hört. Die Generalprobe am Donnerstag, 29. Oktober, ist jetzt schon ausverkauft.


Didi Hallervorden blickt in der Komödie auf sein 90-jähriges Leben zurück. - © Jens Kalaene/dpa

Didi Hallervorden blickt in der Komödie auf sein 90-jähriges Leben zurück.
| © Jens Kalaene/dpa

Ein ähnliches Schicksal dürfte die Gäste beim darauffolgenden Stück ereilen: Niemand Geringeres als Didi Hallervorden wird zwischen dem 25. November und dem Nikolaustag aus dem Nähkästchen seines Lebens plaudern – „Palim, Palim, eine Flasche Pommers bitte“. „Normalerweise spielt Didi in größeren Häusern, aber er hat mir schon vor Jahren zugesagt, nach Bielefeld zu kommen. Und er hält sein Wort“, verrät Bernd Gnann, der einen freundschaftlichen Kontakt zu der deutschen Comedy-Ikone pflegt. „Unkaputtbar – 90 Jahre Hallervorden“ sind die Didi-Abende in der Komödie betitelt. Stimmt nicht ganz: Er ist dann schon 91 Jahre jung. Freilich, die Tickets für Didis Plauderstunden sind nicht ganz billig (ab 70 Euro), aber der Mann ist doch jeden Cent wert, oder?

×

Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail zur Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Sie haben bisher Ihre E-Mail-Adresse noch nicht bestätigt.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Es ist einen Fehler aufgetreten

Bei Fragen hilft unser Newsletter-Support

Newsletter

Aus Bielefeld

Wöchentliche News direkt aus der Redaktion Bielefeld.

Jetzt anmelden

Weihnachtsmärchen für kleine und große Mäuse.

Mit einem besonderen Schmankerl biegt das Komödienprogramm in die Adventszeit mit „Die Weihnachtsmäusepolizei“. Das Stück, geschrieben und inszeniert von Lea Weiß, Tochter der Theaterleiterin Simone und ihrem Gatten, der guten Seele der Komödie, Michael Weiß. Das Märchen für kleine und große Mäuse ab vier Jahren erzählt die Geschichte einer verstummten Weihnachtsglocke und von einem Hausmeister, der sich mit einem bunt zusammengewürfelten Team auf die Suche nach ihr macht.

Lesen Sie auch: Hallervorden vor der 90: „Älter werden heißt länger leben“

Nicht minder weihnachtlich wird es ab dem 9. Dezember, wenn es heißt: „Alle unter einer Tanne“. Alle, das sind ein Ex-Ehepaar, die jeweils neuen Partner, die lieben Kleinen und ein Baum, der irgendwann in Flammen steht – klingt turbulent und ist es sicher auch. Ensemblemitglied ist übrigens Claudia Wenzel, vielen bekannt als Vera Bader aus „In aller Freundschaft“ und als Cora Franke in der Telenovela „Sturm der Liebe“.

Ein Stück über das Leben von Elton John.

Fürs erste Halbjahr 2027 kündigen Bernd Gnann und René Heinersdorff weitere Kracher an, darunter „Armageddon – Hausmeister Krause 2.0“, die Fortsetzung des Schlager-Lustspiels „Traumschöff“, „Achtsam morden – zweiter Teil“ sowie ein, wie Heinersdorff sagt, „sehr emotionales Drei-Personen-Stück über das Leben von Elton John.

Karten für die Aufführungen in 2026 sind bereits jetzt erhältlich bei der Neuen Westfälischen an der Niedernstraße und online unter www.nw.de/events.

Auch interessant: Von London bis Bielefeld: Diese Schwestern starten exklusiven Theater-Podcast