Hitzewellen über mehrere Tage, wie sie in diesem Sommer noch häufiger kommen könnten, bedeuten vor allem eines: „Stress“, sagt Thomas Mehner – für die Organismen im Wasser. Die gute Nachricht: Auch die nächste mehrtägige Hitzephase in diesem Sommer dürfte nicht dazu führen, dass ein großer See plötzlich kippt. Das sei ein langfristiger Prozess, so Mehner.

Ein deutlich greifbareres Problem ist schon jetzt die Verdunstung. Denn wenn Wasser verschwindet, geht es nicht mehr um Veränderungen in der Biodiversität und wie wir Menschen diese finden. „Dann ist das Ökosystem tatsächlich weg“, sagt Thomas Mehner. In Brandenburg sehe man das bereits bei kleineren Gewässern. Auch bei vielen Seen seien dramatische Absenkungen des Wasserspiegels zu beobachten.

Der Straussee beispielsweise hat schon sehr sichtbar Wasser verloren. Wie schnell das geht, kommt auf die Wasserbilanz der Seen an. Manche speisen sich vor allem aus dem Grundwasser, andere zu einem höheren Anteil aus Regenwasser oder Flüssen. „Wenn aber Regen und Zustrom von Grundwasser ausbleiben, dann kann ein See sehr schnell Wasser verlieren, dann ist vielleicht auch ein tieferer See mal in 20 oder 25 Jahren verschwunden“, sagt Thomas Mehner.

Um Gewässer zu schützen, sollten wir deswegen beispielsweise Regenwasser besser auffangen und versickern lassen, damit die Grundwasserspeicher wieder aufgefüllt werden können. Bei kleinen Gewässern könnte auch eine Verschattung durch Bäume und Sträucher am Ufer helfen, um der Verdunstung in heißen Sommerperioden entgegenzuwirken.