Mit ihrem grünen Gefieder sind sie auffällig – und scheinbar werden sie immer häufiger auch in Nordrhein-Westfalen gesehen: frei lebende Papageien. Im Raum Düsseldorf ist bekannt, dass hier die sogenannten Halsbandsittiche und Alexandersittiche leben. Und offenbar breiten die Tiere nun ihr Gebiet aus, denn auch in Wülfrath und der näheren Umgebung häufen sich Berichte über auffällige grüne Vögel, die möglicherweise zu diesen Arten gehören, wie Benjamin Hann mitteilt.

Vielleicht haben sich einige dauerhaft angesiedelt

Er möchte nun mehr über das mögliche Vorkommen frei lebender Papageien in Wülfrath und Umgebung erfahren und bittet die Bevölkerung mit einem Aufruf um Unterstützung. „Ziel ist es, einen besseren Überblick darüber zu gewinnen, ob sich einzelne Tiere dauerhaft in der Region aufhalten oder sogar kleinere Populationen entwickelt haben“, erklärt Hann, der seit fast 30 Jahren Mitglied im Tier- und Naturschutzverein Wülfrath ist. Über einen langen Zeitraum war er stellvertretender Vorsitzender des Vereins, trat bei der jüngsten Sitzung für das Amt aber nicht mehr an.

Halsbandsittich wird häufiger gesehen

Besonders der Halsbandsittich habe sich in den vergangenen Jahrzehnten in mehreren deutschen Städten erfolgreich angesiedelt. „Die ursprünglich aus Afrika und Südasien stammende Art profitiert von den zunehmend milderen Wintern und findet in Parks, Gärten und alten Baumbeständen geeignete Lebensräume. Größere Bestände existieren unter anderem in Köln, Bonn, Düsseldorf, Wiesbaden, Heidelberg und Mannheim“, erklärt Hann.

Alexandersittiche sind gut an lauten Rufen zu erkennen

Auch Alexandersittiche, die etwas größer als Halsbandsittiche sind, kommen in einigen Regionen Deutschlands vor. „Häufig stammen die ersten Tiere aus ehemaligen Volierenhaltungen oder es handelt sich um entflogene Haustiere. Über viele Jahre konnten sich daraus stabile Populationen entwickeln“, so Hann. Die auffällig grün gefärbten Vögel seien aufgrund ihrer lauten Rufe oft leichter zu hören als zu sehen. Besonders morgens und abends fliegen sie häufig in kleinen Gruppen zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen.

Jeder Hinweis ist hilfreich

Ob sich auch in Wülfrath eine dauerhafte Population entwickelt oder ob es sich lediglich um einzelne umherziehende Tiere handelt, möchte Hann nun mithilfe der Bürgerinnen und Bürger herausfinden. „Jede Beobachtung – auch wenn sie nur kurz war – kann dabei wertvolle Hinweise liefern“, betont er. Wer Papageien oder Sittiche in der Stadt und Umgebung beobachtet hat, wird gebeten, seine Sichtung möglichst mit folgenden Informationen zu melden: Datum und Uhrzeit der Beobachtung, genauer Fundort, Anzahl der Tiere und möglichst Fotos oder Videos mitschicken, falls vorhanden. Auch weitere Beobachtungen, beispielsweise zum Verhalten oder zu den genutzten Bäumen, sind hilfreich. Die Hinweise können per E-Mail an papageisichtung@gmail.com gesendet werden.

Einsatz für Natur- und Artenschutz

Hann engagiert sich eigenen Angaben nach seit vielen Jahren für den Natur- und Artenschutz in der Region. So informiere und sensibilisiere er derzeit in seiner Nachbarschaft über das einjährige Berufkraut – eine ursprünglich nicht heimische, invasive Pflanzenart, die sich zunehmend ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängen kann, berichtet er. Mit seinem Engagement möchte er das Bewusstsein für den Schutz der biologischen Vielfalt stärken und Menschen dazu ermutigen, selbst aktiv zum Natur- und Artenschutz beizutragen.