
Stand: 04.07.2026 16:02 Uhr
In Garbsen (Region Hannover) haben Menschen am Samstag der Opfer der Gewalttat in Stade gedacht. Sechs Menschen waren dort am Montag erschossen worden. Drei der Toten arbeiteten beim Jugendamt der Region Hannover.
Die Stadt Garbsen und die Region Hannover hatten gemeinsam zu der interreligiösen Andacht eingeladen. Mehrere Religionsgemeinschaften waren beteiligt. Zwei der Getöteten waren nach Angaben von Bürgermeister Claudio Provenzano (SPD) in der Jugendhilfe in Garbsen tätig. Der mutmaßliche Täter, ein 45-jähriger Mann, kommt ebenfalls aus Garbsen. Die Teilnehmenden konnten sich in ein Kondolenzbuch eintragen und eine Kerze anzünden.
Lies: Gewaltsame Tat kaum zu begreifen
Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hielt bei der Gedenkfeier eine Rede. Dass die Menschen so plötzlich und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden, sei unerträglich und kaum zu begreifen: „Mitten am Tag in einer Jugendhilfeeinrichtung“, sagte Lies. „Diese Frauen und Männer, um die wir heute trauern, haben in einem Bereich gearbeitet, der für unser gesellschaftliches Zusammenleben unverzichtbar ist. Sie haben hingesehen und waren da, wo andere Hilfe suchen.“
Mitarbeitende im Jugendamt müssen sich sicher fühlen können
„Diese Tat bleibt eine unglaubliche Tat. Brutal. Grausam. Unbegreiflich“, sagte Lies. Er rief auch dazu auf, Beschäftigte der Jugendhilfe aufzufangen, die nun verunsichert zur Arbeit gingen. Jetzt sei es „unser aller Aufgabe“, dafür zu sorgen, dass Mitarbeitende von Jugendämtern, in der Jugendhilfe und in sozialen Diensten sich sicher fühlen können.
Bürgermeister: Den Angehörigen zur Seite stehen
Die Tat mache sprachlos, sagte Garbsens Bürgermeister Provenzano zu NDR Niedersachsen. „Es gibt keine Wörter, um das in irgendeiner Weise zu erklären. Gerade wenn man die Familienangehörigen direkt vor sich hat.“ Das Wichtigste sei es jetzt, den Familien zur Seite zu stehen und ihnen Unterstützung anzubieten. Provenzano betonte: „Die Lösung darf nicht Gewalt sein. Die Menschlichkeit muss am Ende siegen.“
Gedenken in Stade am Tag nach der Tat
Am Dienstag hatten Hunderte Menschen in der Kirche St. Wilhadi in Stade der Opfer der Gewalttat gedacht. In dunklen Zeiten müssten alle zusammenhalten und aufeinander achten, sagte Olaf Lies dort. Auch Landesbischof Ralf Meister forderte in seiner Ansprache, dem Hass keinen Hass entgegenzusetzen. Notfallseelsorgende und Sicherheitskräfte begleiteten die Andacht. Am Mittwoch wurde in der Marktkirche Hannover der Verstorbenen gedacht.

Ein Mann soll sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung getötet haben. Der Fall ist komplex – hier finden Sie eine Einordnung.

Am Freitag war ein Abend mit Musik und Unterhaltung geplant. Stattdessen sollte er Raum für Gedenken und Austausch bieten.

Ihre Mutter wurde bei der Gewalttat getötet – kurz nach dem Tod des Vaters. Allgemein ist die Spendenbereitschaft groß.

Die mutmaßliche Fahrerin des Fluchtwagens ist die Schwiegermutter von Deniz Kurku. Der SPD-Politiker ist Migrationsbeauftragter des Landes Niedersachsen.