Proteste bleiben friedlichWährend der Erfurter Demonstrationen hat es nach Polizeiangaben kaum Zwischenfälle gegeben. Vereinzelt sei Pfefferspray eingesetzt worden, um Rettungswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten, teilte die Polizei mit. Nach Aufrufen im Internet hatte es im Vorfeld Befürchtungen über gewalttätige Ausschreitungen gegeben. Anwohnende und Angereiste demonstrierten friedlich auf nahezu allen zentralen Plätzen der Innenstadt.

Im Laufe des Tages berichtete die Polizei von Angriffen auf Journalisten. Auch ein Bürgerbüro der AfD sowie Beamte sollen nach Angaben der Polizei mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen worden seien.

Polizeisprecher an Blockaden und Demonstrationsrouten hingegen sprachen von einem friedlichen Verlauf. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) sagte, die Grundstimmung sei »wunderbar entspannt«. Der bunte Protest sei eine »Werbung für die Stadt«. Auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte, die Demonstrationen seien bisher weitgehend friedlich verlaufen. »Man kann zufrieden sein. Es ist bunt und laut.« Er hoffe, dass auch die weiteren geplanten Aktionen bis Sonntag gewaltfrei blieben.

Gewerkschaften, Initiativen und Bündnisse hatten bundesweit zu den Protesten aufgerufen. Auf den Kundgebungen sprachen unter anderem Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), DGB-Chefin Yasmin Fahimi, Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).