Mit der Premiere von Monty Pythons »Spamalot« bringt das Staatstheater die Abenteuer von Artus und seiner Tafelrunde auf die Interims-Freilichtbühne am Gaswerk. Besucher*innen erwartet ein humorvolles und abwechslungsreiches Musical.
Wer »Spamalot« und »Monty Python« hört, weiß in aller Regel, was einen erwartet. Die Komikergruppe »Monty Python« steht für eine eigenwillige Form des Humors, die nicht selten bewusst in Klamauk umschlägt. Bei »Spamalot« zeigt sich das bereits in der Verballhornung des Namens »Camelot«. Das Theaterstück basiert vielfach auf der filmischen Auseinandersetzung Monty Pythons mit der legendären Artus-Sage. »Die Ritter der Kokosnuss« gehört neben »Das Leben des Brian« zu den bekanntesten Werken der Gruppe.
Bei sommerlichen Temperaturen eröffnet zunächst ein Historiker die Premiere mit einer zeitlichen Einordnung des Stücks, ehe es schnell geht mit der Ernennung von König Artus, der durch eine kurze Suche nach »heiratswilligen König*innen« im Publikum aufgefunden wird. Von da an beginnt dessen Reise in zwei Akten auf der Suche nach dem Heiligen Gral, gemeinsam mit seiner auserwählten Tafelrunde. Dass sich diese aus vier eher tollpatschigen und wenig mutigen Rittern zusammensetzt, betont Anna Weber in ihrer Inszenierung mit großer Deutlichkeit. Kritikwürdige Aspekte von Monty Python lässt Weber dabei ebenfalls nicht außer Acht, etwa wenn es um die »Frauenquote« geht. Zudem wurden bewusst Passagen gekürzt und einzelne Stellen an die Gegenwart angepasst, ohne dabei auf den typischen Stil Monty Pythons zu verzichten.
Die mehr oder minder geradlinig verlaufende Suche nach dem Gral, der selbstverständlich nur sinnbildlich zu verstehen ist, wird von klamaukhaften Szenen begleitet, in denen gegenwärtige Themen humorvoll verarbeitet werden (»Spendet Arme«, »Er hat sich das nicht ausgesucht«).
Die musikalischen Einlagen von Sebastiaan van Yperen bilden zusammen mit der Choreografie von Helena Sturm und der Vielfalt an bunten und ausgefallenen Kostümen von Laura Kirst das Zentrum der Inszenierung. Das wird vom Publikum durchgehend goutiert – selbstverständlich nicht, ohne den Musiker*innen der Philharmoniker beim Verlassen der Tribüne mit einem Sonderapplaus zu danken.
Herausfordernd, aber dennoch herausragend, präsentiert sich das Bühnenbild von Sina Manthey, das durch die Wallanlagen am Roten Tor zusätzlich an Authentizität gewonnen hätte. Von Zeit zu Zeit gelingt es der Inszenierung jedoch nicht, das Schauspiel vollständig hinter die vierte Wand zu bringen. Dies ist allerdings den nicht immer funktionierenden Sichtachsen rund um die Interimsbühne geschuldet. Manthey zeigt dennoch eindrucksvoll, was trotz der kurzen Vorbereitungszeit möglich war, wenn es darum ging, das wandelbare Bühnenbild immer wieder an neue Schauplätze zu transformieren.
Am Ende steht eine vielfach kreative Inszenierung des Gaswerk-Ensembles, die – dem Original geschuldet – nicht immer in die Tiefe geht, das Publikum jedoch mit Humor und Ästhetik überzeugt.