Wer heute im Exotenhaus des Karlsruher Zoos zwischen tropischen Pflanzen, Vögeln, Affen und anderen Tieren unterwegs ist, bewegt sich an einem Ort mit besonderer Vergangenheit. Denn bevor das Gebäude Teil des Karlsruher Zoos wurde, war es jahrzehntelang als Tullabad bekannt, was einst eines der modernsten Hallenbäder seiner Zeit war. Diese Geschichte rückt nun die neue Sonderausstellung „Lost Places in Karlsruhe. Fotografien von Harald Wacker“ im Stadtmuseum in den Mittelpunkt.
Tullabad hatte einst über 700.000 Besucher pro Jahr
Das Tullabad wurde laut dem Stadtarchiv nach dem Karlsruher Ingenieur Johann Gottfried Tulla benannt und diente nicht nur als Schwimmbad für die Bevölkerung, sondern auch als Austragungsort zahlreicher nationaler und internationaler Wassersportwettkämpfe. 1964 erreichte das Bad mit rund 773.000 Badegästen seinen Besucherrekord. In den folgenden Jahrzehnten gingen die Zahlen jedoch zurück, da neue Freizeitbäder mit moderneren Angeboten entstanden. Nach der Eröffnung des Europabads wurde das Tullabad 2008 endgültig geschlossen und später dem Zoologischen Stadtgarten überlassen.
Ausstellung zeigt Tullabad noch vor Umbau
Der Zoo schreibt auf Facebook: „Harald Wacker zeigt auf seinen Fotografien das ehemalige Hallenbad noch vor seinem Umbau zum Exotenhaus und macht sichtbar, wie sich dieser besondere Ort verändert hat. Ergänzt wird die Ausstellung durch das Escape Game „Der letzte Badetag“, bei dem die Geschichte des Tullabads auf spielerische Weise erlebt werden kann.“ Beim Vierortbad hat der letzte Badetag noch nicht geschlagen. In diesem Stück Geschichte, kann man bis heute baden.
Die Ausstellung ist vom 4. Juli bis zum 7. Februar 2027 im Stadtmuseum zu sehen.