Am Stand der Elsässer herrscht gute Stimmung: Aus den Boxen dröhnt der Bass, hinter der Theke wird gescherzt und viel gelacht. Und es duftet. Der Geruch des krossen Flammkuchenbodens weht um den Stand nahe dem Burgplatz, in der Auslage liegen verschiedene „Tartes flambées“ bereit. Mal vegetarisch mit Gemüse, mal klassisch mit Crème fraîche und Speck.
Düsseldorf feiert an diesem Wochenende die 24. Ausgabe des Frankreichfests. „Petit Paris“, Klein-Paris, wird die NRW-Landeshauptstadt gerne genannt. Besonders modeaffin, mit Sinn für die guten Seiten des Lebens, gerne genussvoll unterwegs, ein großer Fluss, der mitten durch die Stadt fließt. Was sonst sowieso gilt, stimmt an diesem Wochenende ganz besonders: Düsseldorf ist frankophil wie wohl keine zweite Stadt in Deutschland.
Düsseldorf ist besonders frankophil
Das wissen die Bewohner der Stadt zu schätzen, für viele ist das französische Wochenende ein fester Termin im Kalender. Dazu gehören auch Rita und Jovan Mitic, die am frühen Mittag bereits ein Gläschen Wein – französisch, natürlich – an einem der Stehtische trinken. Seit vielen Jahren und jedes Jahr wieder sind die Düsseldorfer dabei, probieren sich durch, schlemmen und genießen. Ihr Tipp? „Die Wurstspezialitäten, die sind einmalig“, sagt Rita Mitic. An diesem Samstag haben sie bereits eine Saucisse probiert – eine französische Salami in der Sorte Wildschwein-Fenchel. „Hat grandios geschmeckt“, sagt Jovan Mitic.
Auch Marius und Kati aus Düsseldorf haben bereits am Mittag ihren Weg an die Rheinuferpromenade gefunden und genießen ihr zweites Glas Wein. „Wir waren in den vergangenen zwei Jahren auch schon dabei“, sagt Marius. Dieses Jahr komme den beiden das Fest größer vor, mit noch mehr Besuchern. Die Stimmung jedenfalls sei gut – was aber vielleicht auch an den zwei Gläsern Wein liegen könnte. „Zum Austesten ist das Fest super“, sagt Kati. Sie empfiehlt Besuchern, die zum ersten Mal dabei sind, Austern oder Meeresfrüchte zu probieren. „Die schmecken hier besonders gut“, sagt sie.
Käse und Wurst, Crêpes und Macarons
Über 120 Aussteller präsentieren ihre Produkte beim diesjährigen Frankreichfest. Darunter sind neben Düsseldorfer Lokalitäten – dem Paris Club des 25hours Hotel, dem Byliny oder Bistro Zicke – besonders viele Aussteller aus Frankreich oder französischsprachigen Ländern. Teils sind sie zum ersten Mal in Düsseldorf, teils bereits eingefleischte Frankreichfest-Kenner und zum wiederholten Male dabei. Darunter ist auch Eric aus Aix-en-Provence, der historischen Hauptstadt der Provence. An seinem Stand „La Cave à Fromage“ verkauft er viele Produkte aus seiner Heimatregion, aber auch aus dem übrigen Frankreich – insbesondere natürlich Käse. Seit mehr als zehn Jahren kommt Eric jährlich nach Düsseldorf. „Eine sehr schöne Stadt“, wie er sagt. Das Geschäft laufe gut, die Deutschen seien sehr an französischen Produkten interessiert. „Besonders unser Pestokäse und Lavendelkäse gehen gut weg“, sagt er – und reicht einer Besucherin prompt ein kleines Brettchen mit einigen Käseproben darauf. Denn wer beim Frankreichfest noch nicht weiß, was er oder sie essen soll, probiert sich einfach an den Ständen durch und findet so den eigenen Favoriten.
Zum ersten Mal dabei ist Thomas Weixler aus dem Elsass, der Produkte aus Madagaskar verkauft, darunter insbesondere Vanille, aber auch weitere Gewürze oder handgeknüpfte Körbe. „Das Ambiente hier am Rhein ist sehr schön, ich bin etwas überrascht“, sagt der Verkäufer. Über das Geschäft vor Ort könne er sich nicht beklagen, besonders die Stimmung sei gut. Doch nicht nur Anbieter französischer Delikatessen oder afrikanischer Gewürze sind präsent – auch einige Regionen und Städte Frankreichs stellen sich in Düsseldorf vor und informieren über Tourismus und Geschäftsmöglichkeiten, darunter die Stadt Lille in Nordfrankreich, aber auch die Regionen Côte d’Opale und Hauts-de-France.
Tausende an der Rheinuferpromenade, angenehme Ruhe im Rathausinnenhof
Während es Tausende an die Rheinuferpromenade zog, ging es im Innenhof des Rathauses ruhiger zu – bis zu den Liveauftritten verschiedener Künstler, die ihr Können dort auf der großen Bühne zeigten. Rund um den großen, schattenspendenden Baum waren im Rathausinnenhof zudem verschiedene Stände mit Wein und Kulinarik aufgebaut. Auch dort konnten Besucher ein Best-of Frankreichs erleben. Und auch am Burgplatz war gen Samstagnachmittag gut was los – ganz besonders, als die zahlreichen Oldtimer der „Tour de Düsseldorf“ nach und nach zurückkehrten und ihre Autos präsentierten, darunter auch einige Göttinnen, also historische Fahrzeuge der Marke DS.
Französische Würstchen, Crêpe, Flammkuchen, Wein und Champagner, zusätzlich die Auftritte verschiedener Künstler: Düsseldorf zeigt beim Frankreichfest einmal mehr, wie frankophil die Stadt ist. Und wer am Freitag oder Samstag noch keine Chance hatte vorbeizuschauen, muss nicht verzweifeln: Am Sonntag (5. Juli) läuft das Frankreichfest noch bis 18 Uhr. Bis es wieder heißt: À bientôt – bis bald.