Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Ukraine greift Putins Heimatstadt an
Aktualisiert am 04.07.2026 – 23:56 UhrLesedauer: 32 Min.
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Flammen über dem Hafen: Aufnahmen zeigen den Treffer auf die Anlage.
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Putin verkündet die Einnahme einer wichtigen Stadt. Selenskyj widerspricht ihm – und schlägt ihm ein Treffen in der Stadt vor. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Ölterminal in St. Petersburg angegriffen
Russlands zweitgrößte Stadt St. Petersburg und die umliegende Region sind in der Nacht zum Samstag Ziel eines großen ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Dabei wurden nach russischen und ukrainischen Angaben ein Hafen sowie Ölinfrastruktur getroffen. Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, sprach von einem großangelegten Drohnenangriff auf die Millionenstadt.
Das Ölterminal der Stadt sei getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Gouverneur der umliegenden Region Leningrad, Alexander Drosdenko, teilte mit, eine Drohne habe den Hafen von Wyssozk getroffen. Er liegt rund 170 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg. Über der Region Leningrad seien 72 Drohnen abgeschossen worden. Es gebe kleinere Schäden in mehreren Siedlungen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform Telegram, die ukrainischen Streitkräfte hätten die Ölinfrastruktur des Hafens getroffen, über den Einnahmen für Russlands Krieg erzielt werden. Zudem sei Kronstadt getroffen worden, ein wichtiger militärischer Zielpunkt. Die Marinebasis liegt mehr als 850 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Von russischer Seite gab es zunächst keine Informationen über einen Angriff auf Kronstadt.
Ukraine widerspricht Moskau: kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka
Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.
Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.
„Das ist nur die x-te russische Lüge, um wenigstens irgendeine Nachricht in Umlauf zu bringen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj während eines Telefonats mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Er rief Putin auf, sich mit ihm in Kostjantyniwka zu treffen. „Wenn Kostjantyniwka derzeit unter russischer Kontrolle stünde, hätte Putin wohl kein Problem damit, sich dort mit mir zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden, um den Krieg endlich zu beenden.“
Selenskyj spricht mit Merz über Flugabwehr
Kanzler Friedrich Merz telefoniert nach Angaben der Bundesregierung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser habe Merz über die Folgen der jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und andere Teile der Ukraine informiert, teilt ein Regierungssprecher mit. „Der Präsident dankte dem Bundeskanzler für die deutsche Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung.“ Merz habe bekräftigt, dass sich die Ukraine auf die Unterstützung Deutschlands verlassen könne.