Fragt man etwa Björn Ellner, kommt der aus Schilderungen, was so alles in ein neues Gesetz reinmüsste, kaum mehr raus. Ellner ist Vorsitzender des Nabu in Brandenburg und warnt vor allem vor dem Verschwinden kleinerer Seen. „Die sind das größere Problem, weil die für Amphibien Lebensräume sind, Laichgewässer verloren gehen und eine Vermehrung nicht mehr möglich ist.“ Ellner warnt auch: „Wir sollten jetzt alarmiert sein, weil die Hochlagen, da merkt man es als Erstes. Wir müssen jetzt was tun, um mehr Wasser in der Landschaft zu halten.“
Für Ellner ist das neue Wassergesetz eine Chance, dass sich etwas ändert, allen voran die statistische Grundlage des derzeitigen Wassergesetzes. „Die Wetterdaten gehen nur bis 2015, die dort einfließen. Die ganzen Dürrejahre seit 2018 finden keine Berücksichtigung. Es gibt keinerlei Prognose in die Zukunft. Der Klimawandel existiert quasi nicht“, kritisiert Ellner. Dringend geregelt werden müsste, wer zu welchen Bedingungen Wasser entnehmen darf.
Das betreffe etwa Tagebaubetriebe. „Die zahlen derzeit gar nichts dafür, dass sie das Grundwasser abpumpen, um ihre Tagebaue trocken zu halten“, sagt Ellner. Auch die Landwirtschaft genieße große Privilegien, etwa für die Nutzung von Oberflächengewässern um Ackerflächen zu beregnen.