Halle. Die jüngste Hitzewelle haben die Kinder des Haller Waldkindergartens Wurzelzwerge gut überstanden. Untern den kühlenden Bäumen des Schützenbergs ließ es sich aushalten, ab und zu wehte auch ein Lüftchen über die Veranda, welche die sechs einzelnen Bauwagen verbindet. Wem das nicht ausreichte, der konnte eine kalte Dusche nehmen oder im Pool planschen. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich wurde der Kindergarten erst vor weniger als zwei Jahren an die städtische Wasserleitung angeschlossen.

Bis dahin schleppten die Eltern jeden Morgen ein bis zwei mit frischem Wasser gefüllte Kanister mit sich, die sie dann in der Kita abgaben. Das hat nun ein Ende, und da mit der Frischwasserleitung auch eine Abwasserleitung gelegt wurde, sind auch die Camping-Toiletten Geschichte. Also alles bestens in der Kita?

Nicht unbedingt, es fehlt ab dem Sommer an Kindern und an Personal „Nach jetzigem Stand haben wir 21 Kinder, wir könnten also noch fünf weitere aufnehmen, insbesondere ein U3-Kind“, sagt Einrichtungsleiterin Lena Grüter. In den Waldkindergarten können Mädchen und Jungen ab zwei Jahren gehen, es gibt Betreuungsmodelle mit einem Umfang von 25 oder 35 Stunden.

Platz für Personal und Kinder

„Wir sind in erster Linie draußen und genießen die Natur“, sagt Grüter. Dadurch empfinden die Kinder auch ganz intensiv die verschiedenen Jahreszeiten. Zudem hat die Stadt eine neue Schaukel aufgebaut und eines der beiden Fußballtore erneuert. Vielleicht eine bewusste Taktik, um die potenziellen Teilnehmer der WM 2042 nicht zu früh zu verhätscheln und ihnen wieder die guten alten Straßenfußballermentalitäten einzutrichtern.   

Lesen Sie auch: Haller Kita wartet seit 20 Jahren auf Wasser

Sowohl der Bolzplatz als auch die Schaukel sind städtisches Gelände, sie dürfen also von allen Bürgern benutzt werden. Träger des 2004 gegründeten Waldkindergartens ist eine Elterninitiative. „Wir arbeiten auch integrativ und nehmen Kinder mit speziellem Förderbedarf auf“, sagt Grüter. Im Wald gebe es viele Plätze, an denen man kreativ und naturverbunden viele Themen bearbeiten könne.

Personell ist die Einrichtung aktuell noch gut besetzt mit fünf Fachkräften, alle in Teilzeit. Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres wird jedoch noch eine Fachkraft mit einer Wochenarbeitszeit von 20 Stunden gesucht. Alternativ auch eine Berufspraktikantin oder ein Berufspraktikant im Anerkennungsjahr. „Wir sind ein Bildungsort für frühkindliche Entwicklung und legen viel Wert auf ein soziales Miteinander und ein respektvolles Zusammensein“, sagt Grüter.

Aktuelle News bekommen Sie täglich über den WhatsApp-Kanal des HK