Mit der Buslinie 834 über den Rhein, das ist schon seit Februar nicht mehr möglich. Hintergrund ist die Sperrung der maroden Theodor-Heuss-Brücke für den Schwerlastverkehr. Für viele Anwohner wie Pendler sei das mittlerweile eine große Belastung, kritisierten die Mitglieder der Bezirksvertretung 4 (Ober- und Niederkassel, Lörick, Heerdt) parteiübergreifend. Vor allem für diejenigen im Linksrheinischen, die nicht in der Nähe einer Stadtbahnlinie wohnen. Die BV beauftragte die Verwaltung daher, eine Pendel-Linie mit Kleinbussen als Ersatz zu prüfen, die etwa von der Prinzenallee über den Seestern bis zur Johannstraße in Golzheim fahren könnte. Das Ergebnis dieser Prüfung wurde nun für die kommende Sitzung am Mittwoch, 8. Juli, 15 Uhr, veröffentlicht.

Und es dürfte für viele Anwohner im Linksrheinischen eine Enttäuschung darstellen. „Der Einsatz zusätzlicher Kleinbusse zur Überbrückung der THB-Sperrung ist aus Sicht der Verwaltung sowie der Rheinbahn weder wirtschaftlich noch verkehrlich sinnvoll“, heißt es in der Antwort. So stehe dem „erheblichen finanziellen und personellen Aufwand“ nur eine begrenzte „zusätzliche Beförderungskapazität“ gegenüber, welche den Bedarf insbesondere in Spitzenzeiten deutlich unterschreite.

Das sei das Ergebnis einer theoretischen Prüfung, bei der zehn Kleinbusse eingesetzt worden wären. Damit könnten maximal 150 bis 200 Fahrgäste pro Stunde und Richtung befördert werden. „Dieser Kapazität steht in der Hauptverkehrszeit eine Nachfrage von rund 500 Fahrgästen pro Stunde in der Hauptlastrichtung gegenüber, die zuletzt auf mehreren Buslinien über die Rheinquerung verteilt waren.“ Neben der Linie 834 wurden auch die 729, 756 und 758 über die Heuss-Brücke geschickt.

Die zehn Kleinbusse könnten mit ihrer Beförderungsleistung kapazitätsmäßig also nur zwei Linien ersetzen. „Ein adäquater Ersatz oder eine Aufrechterhaltung des bestehenden Angebots wäre damit nicht erreichbar.“ Zudem würde der Einsatz der Pendel-Kleinbusse dennoch einen oder zwei Umstiege für Fahrgäste notwendig machen, was die Attraktivität schmälern würde. Weiterhin argumentiert die Verwaltung, dass im weiteren Verlauf der Brückensanierung ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung gesperrt wird, womit die Kleinbusse gleichermaßen von „Stau, Zeitverlusten und eingeschränkter Zuverlässigkeit“ betroffen wären.

Aber auch ein weiterer Grund dürfte ausschlaggebend für das ablehnende Prüfergebnis sein: So stehen der Rheinbahn derzeit schlicht keine geeigneten Kleinbusse dafür zur Verfügung – und für eine Beschaffung oder Anmietung gebe es keine Förderprogramme, heißt es in der Antwort. In jedem Fall sei mit einem jährlichen Gesamtaufwand von 1,5 Millionen Euro zu rechnen. Zu viel für die Verwaltung „unter Berücksichtigung der aktuellen Haushaltssituation.“

Auch eine Taktverdichtung der Linie 833 lehnen Rheinbahn und Verwaltung ab. Das hatten Bezirksvertreter ebenfalls zur Entlastung vorgeschlagen, damit die äußeren Wohngebiete vor allem in den Abendstunden eine bessere Anbindung an den Belsenplatz und damit an die Stadtbahnlinie hätten. Die Ablehnung wird unter anderem mit Verweis auf die jüngste Fahrgasterhebung im Januar 2026 begründet, womit eine Taktverdichtung der Linie 833 „nur einer sehr geringen Anzahl an Fahrgästen“ in den Abendstunden zugutekomme.