Es ist das endgültige Aus für eine echte Attraktion am Flughafen Köln/Bonn: Der legendäre Airbus A300 Zero-G wird nach rund zehn Jahren von seinem bisherigen Standort auf dem Parkplatz Nord entfernt. Damit endet die Zeit eines Flugzeugs, das längst mehr war als nur Metall und Technik – es war ein Fotospot, Ausstellungsstück und Publikumsmagnet bei Flughafenführungen.
Der spektakulär aufgestellte Jet, der 2015 per Schwerlastkran installiert und dabei sogar um 180 Grad gedreht wurde, verlässt nun den Flughafen endgültig. Verantwortlich für den Abbau ist die belgische Firma PartsCare, die sich auf die Verwertung ausgedienter Flugzeuge spezialisiert hat. Aus Teilen des ehemaligen Forschungsjets sollen künftig Möbel, Designstücke und Dekoelemente entstehen – vom Flugzeugtisch bis hin zu ganzen Rauminstallationen.
📌 Eine Maschine, die die Wissenschaft unterstützte
- Der Airbus A300 Zero-G erzeugte durch Parabelflüge kurzzeitig echte Schwerelosigkeit – jeweils für etwa 20–25 Sekunden.
- Auch Alexander Gerst trainierte hier für Missionen im All unter realistischen Bedingungen.
- Nach der Forschung wurde der Airbus zum Ausstellungsstück am Flughafen Köln/Bonn und diente später sogar kurzzeitig als Impfstandort.
Ein Allrounder: Forschungslabor, Museumsstück Impfzentrum und Food-Spot
Der Airbus blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Bis 2014 nutzte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Maschine für Parabelflüge zur Simulation von Schwerelosigkeit. Insgesamt absolvierte der Jet beeindruckende 13.180 Parabeln. Auch Astronaut Alexander Gerst trainierte an Bord. Nach seiner aktiven Forschungszeit wurde der Airbus nicht verschrottet, sondern zum begehbaren Ausstellungsstück umgebaut. Besucher konnten ins Cockpit schauen, sich scheinbar schwerelos fotografieren lassen und Technikgeschichte hautnah erleben.
Auch während der Corona-Pandemie spielte der Zero-G noch einmal eine besondere Rolle: 2021 wurde das Flugzeug kurzfristig zum außergewöhnlichen Impfstandort. Kölnerinnen und Kölner konnten sich dort gegen Covid-19 impfen lassen – ein Setting, das bundesweit Aufmerksamkeit erregte.
Ein Abschied mit offenem Ende
Jetzt ist klar: Diese Ära endet. Der Airbus verlässt den Standort am Flughafen Köln/Bonn – aber er verschwindet nicht vollständig. Der Express berichtet, dass die Firma PartsCare die Einzelteile weiterverwerten wird. Wer möchte, kann sich sogar ein Stück des Flugzeugs sichern und daraus ein Möbelstück oder Designobjekt machen.
So bleibt der Zero-G zwar nicht mehr als Ganzes erhalten, lebt aber in Fragmenten weiter – vielleicht künftig in Wohnzimmern, Büros oder als ungewöhnliches Sammlerstück. Für den Flughafen bleibt er dennoch das, was er längst war: ein besonderes Kapitel Kölner Stadt- und Luftfahrtgeschichte.