Stimmungsvolles Ambiente im Schlosshof, feines Catering, beschwingte Musik von Tom und Flo: Am Sommerempfang der Stadt Friedberg, den sie jedes Jahr für engagierte Menschen ausrichtet, gab es nichts zu mäkeln. Eigentlich. Denn eine Neuerung bei der Einladung hatte schon im Vorfeld für Unmut und Absagen gesorgt und war auch am Abend Gesprächsthema: Die Gäste durften ihren Partner bzw. ihre Partnerin nicht mitbringen. Bürgermeister Roland Eichmann erläuterte im Gespräch mit unserer Redaktion, was der Grund dafür war, und deutet an, dass dies bis 2027 überdacht wird.

Den Empfang richtet die Stadt seit vielen Jahren aus. Wie Eichmann in seiner Begrüßung sagte, sei er ein Versuch, Danke zu sagen für das, was von den Menschen, oft ehrenamtlich, für Friedberg geleistet wurde. Geladen sind unter anderem aktuelle und ehemalige Stadträte und weitere Politiker, Ehrenbürger, Engagierte aus den Bereichen Soziales, Kirche, Kultur, Sport, Vertreterinnen der Medien, die (frühere) Verwaltungsspitze, Unternehmer und Banker sowie andere Mäzene.

Warum wurde der Friedberger Sommerempfang ins Schloss verlegt?

Bislang fand das Event in der Regel im Hof der Grund- und Mittelschule statt, einmal auch am Staatlichen Gymnasium. Dieses Jahr wollte man laut Eichmann aus mehreren Gründen in den Schlosshof ziehen, wo man bereits vor der Sanierung gefeiert hatte: Dieser hat mit das schönste Ambiente und ist durch Arkaden und Rittersaal, wo auch das Büfett des Augsburger Lokals Nuno angerichtet war, angenehmer wettersicher zu halten als die Schulen, wo man im Notfall in die Halle wechseln muss.

Allerdings gibt es für die Besucherzahl im Schloss Obergrenzen, teils aus Brandschutzgründen, teils hatten Nachbarn diese vor der Wiedereröffnung vor Gericht erstritten. Die Organisation stand daher laut Eichmann vor zwei Alternativen für den Fall, dass alle zusagen würden: Die Gästeliste ausdünnen („aber wen laden wir dann nicht ein?“) oder ohne Begleitung einladen.

Der Schlosshof war beim Empfang sehr locker gefüllt. Viele Gäste hatten abgesagt.

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Der Schlosshof war beim Empfang sehr locker gefüllt. Viele Gäste hatten abgesagt.
Foto: Ute Krogull

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Der Schlosshof war beim Empfang sehr locker gefüllt. Viele Gäste hatten abgesagt.
Foto: Ute Krogull

Das kam teilweise nicht gut an. Einige sagten gleich ganz ab, andere fragten nach, ob sie nicht doch jemanden mitbringen dürften, andere kamen allein, waren aber davon nicht begeistert. Nachdem die Stadt gemerkt hatte, dass es wenig Anmeldungen gab – Eichmann schätzte die Teilnehmerzahl letztlich am Abend auf gut 200 –, gab das Orgateam zwar aus, dass man doch jemanden mitbringen dürfe. Doch diese Nachricht erreichte viele nicht oder zu spät.

Am Abend war das Gesprächsthema. „Wer ehrenamtlich oder politisch engagiert ist, sieht die Familie ohnehin sehr oft nicht“, hieß es unter anderem. Da wäre ein schöner Abend zu zweit nach Ansicht der meisten angebracht gewesen, zumal oft Partner oder Partnerin den Rücken freihalten. Einige Paare waren tatsächlich im Duo da, dies war aber zumeist dann der Fall, wenn beide engagiert sind und jeweils einzeln geladen waren.

Sommerempfang in Friedberg: Sinken die Zahlen?

„Die Teilnehmerzahl nimmt ohnehin von Jahr zu Jahr ab“, hieß es ebenfalls. Der Sommerempfang, eine Möglichkeit zu entspannen, aber auch, sich auszutauschen, sei dadurch nicht mehr, was er einmal war.

Der Termin erstmals am Samstagabend – früher unter der Woche – stieß auf geteilte Reaktionen. Einige sahen dadurch einen weiteren Wochenendtermin im ohnehin dicht gefüllten Juli blockiert. Andere fanden es entspannter, nicht nach der Arbeit zum Empfang hetzen zu müssen und zudem gemütlich am Sonntag ausschlafen zu können. Für diese Entspannung hatte laut Eichmann auch die Stadt sorgen wollen.

Noch am Abend erklärte er im Gespräch mit unserer Redaktion, man werde das Thema der Einladung in den Nachbesprechungen genau überdenken. „Es war ein Versuch.“