Die Kaiserswerther haben wohl den schönsten Schützenplatz der Stadt. Direkt am Rhein gelegen, direkt auch an dem stark befahrenen Radweg in Richtung Duisburg. Nicht einmal die Große Düsseldorfer Kirmes liegt so schön und romantisch am Fluss. Eigentlich also beste Bedingungen für ein erfolgreiches jährliches Schützenfest.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Am Morgen nach dem diesjährigen Eröffnungstag erläuterte Michael Bachem, Platzwart der Kaiserswerther Bruderschaft, die Probleme. Es sei von Jahr zu Jahr schwieriger, den schönen Platz mit Schaustellern zu bestücken. Wer für die drei Kirmestage aus Mönchengladbach oder sogar Aachen mit seiner Ausrüstung anreist, erwartet einen entsprechenden Umsatz. Mit schlechtem Wetter muss man immer rechnen. Aber selbst bei den idealen Bedingungen dieses Wochenendes war zumindest der erste Tag des Festes kein großer Erfolg.

Das spricht sich herum, sagen Michael Bachem und sein Vertreter Fabian Bahr: „Die Kosten laufen denen davon, also probieren sie vielleicht im nächsten Jahr einen anderen Schützenplatz aus.“ Bachem ist seit 50 Jahren Mitglied der Bruderschaft und schwärmt von den Zeiten, als man noch die große Wiese auf der anderen Seite des Rheindamms nutzen durfte. Dann erklärte die Untere Wasserschutzbehörde genau diese Fläche zum Brunnengebiet. „Seitdem dürfen dort nicht einmal mehr Kühe weiden. Die Wiese wird einmal im Jahr gemäht und sonst in keiner Weise genutzt.“

Auf die ideale Lage und den für Besucher attraktiven Radweg angesprochen, reagieren Bachem und sein Vertreter ohne größere Begeisterung. Das größte Problem seien die Rennfahrer, erklären beide. Für das Fest mussten etwa 250 Meter der Radstrecke durch Leitungshindernisse unterbrochen werden. Auf diese Hindernisse wird bereits vorab durch Schilder hingewiesen. Trotzdem drosseln viele rasend schnelle Fahrer ihre Geschwindigkeit nicht, geraten teilweise ins Straucheln und beschimpfen dann die Veranstalter des Schützenfestes.

Trotz dieser Beschimpfungen versuche man immer wieder, mit den aufgebrachten Radfahrern ins Gespräch zu kommen. Dabei haben Bachem und andere Vereinsmitglieder in ihrem Ehrenamt viele Stunden für eine sichere Versorgung von Zelt, Schaustellerbuden, Fahrgeschäften und Toilettenwagen mit Strom und Wasser geopfert. „Wir machen das gerne“, sagt auch Bahr, „aber dann erhoffen wir uns auch einen gewissen Erfolg.“

Zu den generellen Schwierigkeiten bei der Planung des Kaiserswerther Schützenfests gehört auch die Ballung zahlreicher Feste in der Umgebung: „Wir stehen zeitlich in Konkurrenz zu Derendorf und Benrath, vor allem aber der Großen Düsseldorfer Kirmes. Dort sollen die Schausteller laut Platzmeister ihre zugesagten Flächen bereits eine Woche vor Festbeginn einnehmen.“ Besonders dankbar ist Michael Bachem deshalb der Familie Hermann, die auf der Kaiserswerther Kittelbachstraße das Unternehmen „Düsseldorfer Bratwoosch“ betreibt: „Die sind natürlich hier vor Ort präsent und helfen uns immer wieder, Schausteller für das Schützenfest zu gewinnen.“

Als langjähriger Platzwart steht Bachem mit vielen Kollegen der Region Nordangerland in Kontakt und weiß daher, dass sich die Probleme gleichen. Die Bruderschaftskassen sind bei Weitem nicht mehr so gut gefüllt wie noch vor Jahren, und die Mitglieder werden immer älter: „Meine Frau und ich betreuen mit großem Einsatz die Kleinschützen und hoffen daher, dass sie auch später aktiv am Schützenleben teilnehmen.“