Acht neue Wohnungen, 1,8 Millionen Euro Investition, Fertigstellung im Sommer 2027: Der gemeinnützige Bauverein Dülken setzt mitten in der bundesweiten Wohnungsbaukrise ein Zeichen. Auf der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus Dülken stellte der Vorstand das laufende Neubauprojekt am Ostgraben als Herzstück des Jahres vor – ein öffentlich gefördertes Mehrfamilienhaus, das bezahlbaren Wohnraum in Dülken schaffen soll.
„Wir freuen uns sehr, dass wir in einer Zeit, in der in Deutschland Wohnungsmangel herrscht und die Fertigstellung von Neuem Wohnraum einen Tiefpunkt erreicht hat, dieses Neubauprojekt realisieren können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Ivangs. Sein Kollege Christoph Sartingen ergänzte: „Auch nach über 125 Jahren Dülkener Bauverein bleibt die soziale Verantwortung, bezahlbare Wohnungen zu schaffen.“
Dass die Genossenschaft diesen Schritt stemmen kann, liegt an einer soliden Geschäftsentwicklung. Für das Jahr 2025 meldete der Bauverein einen Jahresüberschuss von rund 1,069 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg auf 45,7 Prozent – nach 42,3 Prozent im Vorjahr. Zum Jahresende umfasste der Bestand 589 Wohneinheiten, die Leerstandsquote lag bei niedrigen 0,7 Prozent. Die durchschnittliche Miete beträgt 6,38 Euro pro Quadratmeter. „Der erwirtschaftete Überschuss ermöglicht es uns, in einem herausfordernden Umfeld auch weiterhin in Neubauvorhaben sowie die Instandhaltung und Modernisierung unserer Immobilien zu investieren“, so Ivangs.
Vorstandsmitglied Michael Lambertz verwies auf die gesellschaftliche Bedeutung solcher Genossenschaften: „Gerade in der heutigen Zeit, mit einem äußerst angespannten Mietmarkt, zeigt sich immer deutlicher, wie wichtig genossenschaftliche Wohnungsunternehmen für die kommunale Wohnungsvorsorge sind.“
Neben dem Neubau treibt der Bauverein die Energiewende im eigenen Bestand voran. Im vergangenen Jahr wurden in vier Gebäudekomplexen Wärmepumpen eingebaut. Und mit einer Anlage auf dem Birkenweg verschwand die letzte Ölheizung aus dem Bestand. Fünf weitere Umrüstungen sind für dieses Jahr geplant.
Im Aufsichtsrat setzt die Genossenschaft auf Kontinuität: Simone Gartz und Ronny Wochau wurden einstimmig bestätigt. Neu gewählt wurde Bürgermeister Christoph Hopp – als Nachfolger seiner ausgeschiedenen Amtsvorgängerin Sabine Anemüller. Die Genossenschaft zählt derzeit 690 Mitglieder.