Thoát Nga, châu Âu có thực sự an toàn? Der im Februar 2022 ausgebrochene Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zwang Europa, seine langjährige Energiestrategie zu ändern und sich von russischem Gas abzuwenden. (Quelle: UWEC)

Da die Lieferungen aus Russland nach und nach durch Flüssigerdgas (LNG) aus den USA und anderen Partnern ersetzt werden, steht Europa vor neuen Herausforderungen in Bezug auf Kosten, Wettbewerbsfähigkeit, interne Spaltungen und das Ziel der Energie-Selbstversorgung bis 2027.

Eine historische Transformation

Laut dem Magazin „Modern Diplomacy“ bildete russisches Gas jahrzehntelang das Rückgrat des europäischen Energiesystems – dank stabiler Versorgung, wettbewerbsfähiger Preise und eines transkontinentalen Pipeline-Netzes. Vor 2022 stammten rund 45 % des EU-Gasverbrauchs aus Russland. Diese Abhängigkeit wurde durch Infrastrukturprojekte wie Nord Stream 1, Yamal-Europe, TurkStream und Druzhba weiter verstärkt, wodurch ein Angebotswechsel deutlich langsamer vonstattenging als beim Seetransport von Öl.

Der im Februar 2022 ausgebrochene Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zwang Europa zu einer Änderung seiner langjährigen Energiestrategie. Im Mai 2022 kündigte die Europäische Kommission das Programm REPowerEU an, das darauf abzielt, die Abhängigkeit von russischer Energie durch Diversifizierung der Bezugsquellen, Steigerung der Energieeffizienz und den Übergang zu einer grünen Energie rasch zu verringern.

Die Ergebnisse übertrafen die ursprünglichen Prognosen: Der Anteil russischen Gases an der gesamten EU-Versorgung sank von 45 % auf 12 %, und die Importe gingen von 152 Milliarden Kubikmetern auf rund 36 Milliarden Kubikmeter zurück. Dieser Erfolg ist nicht nur auf die Gewinnung neuer Lieferanten zurückzuführen, sondern auch auf einen Rückgang des EU-Gasverbrauchs um 19 %, was fast 80 Milliarden Kubikmetern pro Jahr entspricht. Dieser Rückgang ist auf Energieeinsparungen, eine verbesserte industrielle Effizienz und eine bessere Gebäudedämmung zurückzuführen.

Die durch den Wegfall Russlands entstandene Lücke wurde aus verschiedenen Quellen gefüllt: Die USA wurden schnell zum größten LNG-Lieferanten Europas, Norwegen steigerte seine Produktion in der Nordsee, Katar unterzeichnete weitere langfristige LNG-Verträge und Algerien erweiterte seine Pipeline-Exporte nach Südeuropa.

Auch erneuerbare Energien verzeichnen ein starkes Wachstum: Bis 2025 wird die Solarkapazität der EU 359 GW erreichen, ein Zuwachs von 56 GW innerhalb nur eines Jahres. Im Juni 2025 wird Solarenergie erstmals zur größten Energiequelle der EU werden und rund 22 % der Gesamtstromerzeugung ausmachen. Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-Energiemix soll von etwa 10 % im Jahr 2006 auf 25 % im Jahr 2024 steigen.

Um sicherzustellen, dass dieser Prozess unumkehrbar ist, hat die EU einen Fahrplan festgelegt: Nach Ende 2025 werden keine neuen Gasverträge mehr unterzeichnet, die Einfuhren von russischem LNG werden bis Ende 2026 eingestellt, und alle russischen Gasimporte, einschließlich der Pipeline-Importe, werden vor November 2027 beendet.

Die Verringerung der Abhängigkeit von Russland bedeutet jedoch nicht, dass das Problem der Energiesicherheit gelöst ist. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, ein diversifiziertes, stabiles und widerstandsfähiges Energiesystem aufzubauen, das auch neuen Krisen standhält.

„Sich von Russland lösen“ und von den USA abhängig werden?

Die raschen Kürzungen der russischen Gaslieferungen haben den Weg für neue Lieferanten geebnet, allen voran die USA, aber auch die Frage aufgeworfen: Ersetzt die EU eine Abhängigkeit durch eine andere?

Nach Prognosen des Instituts für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA) könnten die USA bis 2030 bis zu 80 % der LNG-Importe der EU liefern.

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Die Risiken liegen nicht nur im Umfang des Angebots, sondern auch in den Eigenschaften des LNG-Marktes, der stark von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt beeinflusst wird und sich bei günstigeren Preisen nach Asien verlagern könnte. Investitionen in Milliardenhöhe in den Bau von LNG-Empfangshäfen bedeuten zudem, dass die EU noch viele Jahre von fossilen Brennstoffen abhängig bleiben wird.

Die heutige Abhängigkeit unterscheidet sich jedoch von früher. Der LNG-Markt ist stark von Exporteuren wie den USA, Katar, Australien und Nigeria geprägt, sodass kein einzelnes Land mehr das Quasi-Monopol innehat, das Russland einst mit seinem Pipelinesystem besaß. Auch andere Partner stoßen an ihre Grenzen: Norwegen, der größte Gaslieferant der EU, hat die Fördermenge in der Nordsee nahezu erreicht, und Algerien kämpft weiterhin mit innenpolitischer Instabilität und Meinungsverschiedenheiten mit der EU in Migrationsfragen.

Langfristig erwartet die EU, dass grüner Wasserstoff der Eckpfeiler der zukünftigen Energieversorgung sein wird. Allerdings ist die Technologie aufgrund hoher Kosten und der noch nahezu unvollständigen Infrastruktur für Transport und Speicherung noch nicht „ausgereift“ genug, um Erdgas im laufenden Jahrzehnt zu ersetzen.

Thoát Nga, châu Âu có thực sự an toàn? Die Kontroverse um die Druschba-Pipeline im Jahr 2026 verdeutlicht ebenfalls die Fragilität der strategischen Energiewende Europas. (Quelle: X)

Tatsächlich sind die Interessen der Mitgliedstaaten nicht völlig deckungsgleich. Ungarn und die Slowakei sind weiterhin stark von russischem Gas abhängig, verfügen aber nicht über Küsten für einen direkten Zugang zu LNG-Häfen, weshalb ein vollständiger Ersatz zusätzliche Zeit und Ressourcen erfordert. Daher haben Budapest und Bratislava wiederholt gegen den Fahrplan gestimmt oder eine Abschwächung vorgeschlagen – ein Zeichen für unterschiedliche Entwicklungsbedingungen innerhalb der EU und nicht nur für politische Differenzen.

Die Kontroverse um die Druschba-Pipeline im Jahr 2026 verdeutlicht die Fragilität des Übergangs. Diese längste Pipeline der Welt transportiert weiterhin russisches Öl durch die Ukraine und Belarus nach Mittel- und Osteuropa. Jede Meinungsverschiedenheit über den Transit schürt die Sorge vor Versorgungsengpässen und zeigt, dass Moskau dank unersetzlicher Infrastruktur nach wie vor Einfluss ausübt.

Ein weiteres Paradoxon: Trotz des unbeirrbaren Ziels der EU, die Abhängigkeit von russischer Energie schrittweise zu reduzieren, haben einige Unternehmen in Frankreich und Spanien aufgrund niedrigerer Preise und des noch nicht vollständig verbotenen Handels wieder mit dem Kauf von russischem Flüssigerdgas auf dem Spotmarkt im Jahr 2026 begonnen. Dies zeigt, dass der Prozess der Reduzierung der Abhängigkeit von russischer Energie nicht nur von politischen Entscheidungen, sondern auch von Marktkräften beeinflusst wird.

Wirtschaftliche und soziale Probleme

Während der Zeitraum von 2022 bis 2025 von einem Wettlauf um die Versorgungssicherheit geprägt war, besteht Europas aktuelle Herausforderung darin, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit angesichts anhaltend hoher Energiekosten zu erhalten. Obwohl sich die Gaspreise seit ihrem Krisenhöhepunkt etwas erholt haben, wird die EU im Jahr 2025 voraussichtlich immer noch rund 335 Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe ausgeben. Die Strom- und Gaspreise für die Produktion in Europa sind weiterhin deutlich höher als in den USA und China, was energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie, Zement und Aluminium unter Druck setzt.

Die anhaltend hohen Energiekosten bergen die Gefahr, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu untergraben und Unternehmen dazu zu veranlassen, Investitionen in Regionen mit niedrigeren Energiepreisen zu verlagern – wodurch eine neue Form der Abhängigkeit im Streben nach Energie-Selbstversorgung entsteht.

Der Transformationsprozess hat auch ungleiche soziale Auswirkungen. Haushalte mit niedrigem Einkommen, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, sind von steigenden Strom- und Heizkosten stark betroffen, was die Energiepreise zu einem politisch heiklen Thema gemacht und populistischen Kräften die Möglichkeit gegeben hat, die Unzufriedenheit der Wähler auszunutzen. Obwohl das Programm REPowerEU Mittel zur Unterstützung gefährdeter Gruppen bereitstellt, variiert das Umsetzungstempo zwischen den Mitgliedstaaten erheblich.

Wird 2027 das Ziel sein?

Gemäß dem aktuellen Fahrplan strebt die EU an, die Einfuhren von russischem Gas vor November 2027 vollständig zu beenden. Dies erfordert eine kontinuierliche Diversifizierung der Bezugsquellen, die Inbetriebnahme neuer LNG-Terminals, den Ausbau der grenzüberschreitenden Verbindungen, einen höheren Anteil erneuerbarer Energien und die Aufrechterhaltung eines rückläufigen Gasverbrauchs.

Laut Modern Diplomacy gilt dieses Ziel für die meisten west- und nordeuropäischen Länder als erreichbar, allerdings könnte der Fahrplan noch durch viele unvorhersehbare Variablen beeinflusst werden.

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Erstens besteht die Aussicht auf Frieden in der Ukraine: Sollten die Verhandlungen einen Durchbruch erzielen und die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland normalisiert werden, könnten einige europäische Länder und Unternehmen Druck ausüben, um die Energieimporte aus Moskau wieder aufzunehmen und so die Kosten zu senken. In diesem Fall würde die Entscheidung der EU zu einem Test für die Ambitionen des Blocks auf strategische Autonomie werden.

Die Wetterbedingungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Ein strenger Winter kann die Gasreserven rasch erschöpfen. Zudem bestehen weiterhin Risiken für die Energieinfrastruktur – von Sabotage und Cyberangriffen bis hin zu technischen Störungen –, insbesondere nach der Explosion der Nord-Stream-Pipeline im Jahr 2022.

Europas größte Herausforderung besteht jedoch nicht darin, das Ziel für 2027 zu erreichen, sondern ein ausreichend flexibles Energiesystem aufzubauen, um einen neuen Abhängigkeitszyklus zu vermeiden. Der Ersatz von russischem Gas durch LNG eines anderen Partners mag das unmittelbare Problem lösen, schafft aber keine Grundlage für langfristige Energiesicherheit.

Nach mehr als vier Jahren des Übergangs hat die EU eine deutlich schnellere Anpassungsfähigkeit als erwartet bewiesen. Sie hat sich von einer starken Abhängigkeit von russischer Energie zu einer schrittweisen Diversifizierung ihrer Bezugsquellen entwickelt, den Verbrauch gesenkt und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt. Interne Streitigkeiten, Kostendruck, die Gefahr einer zu starken Abhängigkeit von US-amerikanischem LNG und die Herausforderung, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, zeigen jedoch, dass der Weg zur Energieunabhängigkeit noch mit vielen Hindernissen verbunden ist.

Das Jahr 2027 ist daher nicht der Endpunkt, sondern lediglich der Abschluss eines Kapitels in der europäischen Energiegeschichte. Wahrer Erfolg wird erst dann eintreten, wenn die EU ein diversifiziertes Energiesystem aufbaut, das gegenüber geopolitischen Schocks widerstandsfähig ist und zunehmend auf saubere, in der Region selbst entwickelte Energiequellen setzt.

Quelle: https://baoquocte.vn/thoat-nga-chau-au-co-thuc-su-an-toan-413597.html