Der frühere Garchinger Bürgermeister Dietmar Gruchmann soll den Titel „Altbürgermeister“ erhalten. Mit dieser Auszeichnung würdigt der neue Stadtrat die Verdienste des SPD-Politikers für die Universitätsstadt im Münchner Norden. Gruchmann hatte seinen Posten nach zwölf Jahren in der Stichwahl gegen Thomas Lemke von der CSU knapp verloren. Der Amtsinhaber kam Ende März auf 48 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer holte 52 Prozent.

Den Beschluss, Gruchmanns Verdienste um Garching offiziell zu würdigen, hatte der Stadtrat bereits in seiner konstituierenden Sitzung gefasst. Die Verleihung des Titels konnte jedoch nicht wie ursprünglich vorgesehen in der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums stattfinden. Dies soll nun am traditionellen Ehrenamtsabend im Herbst geschehen, bei dem die Stadt besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger wegen ihres Engagements ausgezeichnet.

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Dietmar Gruchmann stand zwölf Jahre lang an der Spitze der Stadt Garching. Zudem gehörte er zuvor für 24 Jahre dem Stadtrat an und war von 2002 bis 2008 Dritter Bürgermeister. Durch die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung habe er maßgeblich zur Entwicklung des Hochschul- und Forschungsstandorts beigetragen, heißt es aus dem Rathaus. Als Kuratoriumsmitglied bei der Technischen Universität München (TUM) und der Marx-Planck-Gesellschaft sowie als Vorsitzender des Gründerzentrums Gate habe er dazu beigetragen, den Campus weiter auszubauen und unter anderem neue Institute nach Garching zu holen. Gruchmann habe damit den weltweiten Ruf der Stadt gesteigert.

Auch im Stadtbild selbst sei die Handschrift des Altbürgermeisters sichtbar geworden. Etwa durch die kontinuierliche Erweiterung des Bürgerparks mit seinen verschiedenen Bereichen für Freizeit, Erholung und körperliche Betätigung, der Eröffnung des Hauses B², in dem Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe und der Volkshochschule vereint sind. Auch der Neubau des Feuerwehrhauses falle in seine zwölf Jahre währende Amtszeit.

Zudem habe der frühere Bürgermeister die wirtschaftlichen Belange „mit Geschick“ gelenkt.  Vor allem der von ihm persönlich in die Wege geleitete Verkauf der U-Bahn an den Landkreis München habe Geld in die Haushaltskasse der Stadt gespült und damit deren finanziellen Spielraum erweitert. Genannt werden auch seine guten Kontakte zu Gewerbetreibenden und Unternehmen, darunter Weltkonzerne, die sich in Garching niedergelassen haben.

Dietmar Gruchmann hat sein Stadtratsmandat nach der verlorenen Bürgermeisterwahl nicht angenommen. Dem Münchner Kreistag gehört der ehemalige Garchinger Rathauschef aber weiterhin an.