„Lief nicht ganz wie geplant“

Rechter Influencer strandet mit Cadillac in Russland

06.07.2026 – 12:56 UhrLesedauer: 3 Min.

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Rudi Ripnes mit seinem 1975er Cadillac Eldorado Convertible in Murmansk: „Ich will nicht riskieren, ohne Sprit liegenzubleiben“. (Quelle: Screenshot/Youtube@This_Norway_Guy)

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Mit seinem Cadillac wollte Rudi Ripnes von Oslo nach Moskau fahren. Doch die Propagandaaktion des Kreml-Freunds endete kurz hinter der norwegischen Grenze.

Aus seiner Begeisterung für Russland macht Rudi Ripnes keinen Hehl. Seit 2023 hat der Norweger Hunderte Videos in sozialen Medien verbreitet, die Botschaft ist immer dieselbe: Russland ist viel besser als sein Ruf und dem dekadenten Westen in jeder Hinsicht überlegen. Das wollte der Politiker der rechtsgerichteten Fortschrittspartei nun auch mit einer Propaganda-Fahrt von Oslo nach Moskau zeigen – hat die Rechnung aber ohne die Spritkrise in seinem Lieblingsland gemacht.

Schon seit Monaten greift die Ukraine systematisch Raffinerien und Öldepots in Russland an, inzwischen gelten praktisch im ganzen Land Einschränkungen für den Kauf von Benzin und Diesel. Selbst in Moskau und Sankt Petersburg stehen Autofahrer stundenlang Schlange, um dann maximal 30 Liter Sprit zu tanken. Das hat Rudi Ripnes allerdings weder von seinen Reiseplänen noch von der eher ungünstigen Wahl seines Transportmittels abgehalten.

„Unterschätzt, wie schwer die Spritkrise ist“

Um mehr Aufmerksamkeit für seine Reise in die russische Hauptstadt zu erzeugen, hatte sich der 25-Jährige extra einen 1975er Cadillac Eldorado Convertible mit einem V8-Motor besorgt. Durchschnittlicher Spritverbrauch des US-Autoklassikers: zwei Liter Benzin – auf zehn Kilometer. In seinen letzten Videos vor dem Grenzübertritt hatte sich Ripnes noch über die angeblich so schlechten Straßen im hohen Norden Norwegens lustig gemacht. Doch schon in Murmansk, nicht weit hinter der Grenze, wurde Ripnes von der russischen Realität eingeholt.

„Die Tour lief nicht ganz so wie geplant“, erklärte Ripnes in einem Tiktok-Video nach seiner Ankunft in der nordrussischen Hafenstadt Anfang Juli. „Ich habe unterschätzt, wie schwer die Spritkrise in Russland wirklich ist“, so der Norweger. In Murmansk selber gebe es zwar noch Benzin, aber nicht mehr als 30 Liter auf einmal. „In der Region Karelien sieht es mit der Versorgung aber noch schlechter aus und ich will nicht riskieren, dort ohne Sprit liegenzubleiben. Darum lasse ich das Auto in Murmansk und fahre jetzt mit dem Zug nach St. Petersburg.“

Steht Rudi Ripnes in Kontakt mit dem Kreml?

Von seiner Propaganda-Tour abhalten lassen hat sich Ripnes tatsächlich nicht. In den vergangenen Tagen hat er auf Tiktok und Telegram weitere Videos verbreitet, in denen er Russland preist und westlichen Medien eine russlandfeindliche Haltung vorwirft. Ein wiederkehrendes Thema seiner Videos sind die angebliche Sicherheit und Sauberkeit beispielsweise in russischen U-Bahnhöfen oder Schnellrestaurants. Dem stellt Ripnes die angebliche Verkommenheit westeuropäischer Städte entgegen, an der seiner Meinung nach Einwanderer schuld seien.