Bei einer Explosion in Eicken ist ein Erinnerungsort für die im Zweiten Weltkrieg ermordete Mönchengladbacher Jüdin Amalie Jung stark beschädigt worden. Wie die Polizei mitteilt, ermittelt nun der Staatsschutz.
Demnach war es am Freitag, 3. Juli, gegen 23.30 Uhr an der Goethestraße zu einer Explosion gekommen, bei der vier parkende Autos und ein Pflanzengefäß beschädigt wurden. „Offensichtlich wurde an dem Gefäß eine Detonation ausgelöst, sodass dieses in mehrere Teile zersprang“, heißt es. Absplitterungen sowie unterschiedlich große Holzteile und Blumenerde lagen auf der Straße verteilt, beschreibt die Polizei die Szene.
Projekt „Amaliengarten“ beschädigt
Der zerstörte Blumenkübel sei Teil des Projektes „Amaliengarten“, einer Erinnerung an die 1896 geborene Jüdin Amalie Jung, die einige Jahre an der Goethestraße gelebt hatte. 1941 wurde sie nach Litzmannstadt in Polen deportiert, 1942 wurde sie ermordet. In Mönchengladbach war sie vermutlich als Schneiderin oder Näherin tätig. Im Dezember 2023 wurde im Gedenken an sie ein Stolperstein verlegt.
Die Polizei sucht Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf mögliche Täter geben können. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02161 290 entgegen.