Halle. Lange Kleider, festliche Anzüge: Die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs haben ihren ersten großen Meilenstein erreicht. Donnernder Applaus begrüßte die jungen Leute beim Einzug in die Aula der Gesamtschule Halle bei den Klängen von „Bitter sweet symphony“ von The Verve. Die Nervosität war vergessen, als das Lied im großen Raum zu hören war. So mag den Schülern die Erkenntnis gekommen sein, dass diese Abschlussfeier einer der bitter-süßen Momente des Lebens darstellt, denen noch viele folgen sollen.
Das Schülerduo Hanna Rehmann und Fridolin Flocke fasste zusammen: „Ein Kapitel endet, aber nicht das ganze Buch. Zehn Jahre Schule fühlten sich wie hundert Jahre an. Und jetzt stehen wir hier. Wir haben etwas erreicht und darauf können wir stolz sein!“ Etwas Unsicherheit schwang bei dem Stolz über das Erreichte mit. So ergänzte Hanna: „Nachdem wir fünf Jahre lang hier zusammen zur Schule gegangen sind, sollen sich ab morgen unsere Wege trennen.“ Wobei nicht alle die Schule verlassen. 41 Schüler und 10 Externe sollen am nächsten Montag weiter zur Schule gehen.
„Ihr könnt stolz auf euch sein!“, sagte Schulleiter Matthias Geukes. „Der Erfolg wird sichtbar durch das Zeugnis in euren Händen.“ Das Zeugnis stehe symbolisch für vieles, auf das sie stolz sein könnten, so Geukes. So nannte er Ausdauer, das Meistern und Annehmen von Herausforderungen, die vielen Projekte und Prüfungen, die sie durchlaufen haben. Das Lob kam nicht ohne den erhobenen Zeigefinger: „Damit meine ich nicht den Nationalstolz.“ Mit Arthur Schopenhauer riet er den Schülern, den Stolz auf die individuellen Eigenschaften und Errungenschaften dem Stolz auf die Nation vorzuziehen.
Bürgermeister Tappe weist auf weitere Hürden hin
Besondere Ehrung gibt es für die Schüler mit besonderen Leistungen Fabian Hahn, Milana Tkachenko, Luke Manes und Fridolin Flocke.⋌Foto: Simone Pomikalek
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„Heute ist ein besonderer Tag, ein Abschluss und ein Aufbruch“, sagte Thomas Tappe. Der Bürgermeister sprach sein Lob und Dank an die Eltern und Angehörigen: „Ihre Unterstützung, die oft im Verborgenen lag, soll heute auch gewürdigt werden.“ Ebenso dankte er den Lehrern und Lehrerinnen: „Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert“, sagte er in Richtung Pädagogen.
„Ob sie eine Ausbildung machen oder ihre Schullaufbahn weiterführen, Sie werden weitere Hürden antreffen“, sagte der Bürgermeister zu den Absolventen. Dabei bemerkte er die Parallele zwischen dem Umbruch, den die Schüler erleben, und dem gesellschaftlichen Umbruch. „Berufe verschwinden und neue Berufe entstehen. Die Klimaveränderungen werden auch bei uns spürbar.“ Ein modernes Zitat sollte die Schüler motivieren, eine Chance in den heutigen Herausforderungen zu sehen: „Es kommt nicht darauf an, wie oft man fällt. Es kommt darauf an, ob man wieder aufsteht.“
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Nachdem er Vince Lombardi, den legendären Football-Trainer zitiert hatte, wendete sich der Bürgermeister mit einer Bitte an die Schüler: „Engagieren Sie sich ehrenamtlich! So können Sie einen Unterschied machen. Unsere Gemeinschaft lebt von Mitmenschlichkeit.“
Mit viel Applaus und einer Rose nahmen die Schüler der Klassen 10 a, b, c und d ihre Zeugnisse entgegen. Vor der großen gemeinsamen Feier mit Sekt und alkoholfreien Getränken wurde mit einer Diashow an die schönsten Momente erinnert. So begann die Gesamtschulzeit für die Schüler noch mit Masken und Schutzmaßnahmen der Coronazeit. Besondere Höhepunkte waren die Klassenfahrt nach Bremerhaven und die Abschlussfahrt nach München und Dachau. „Solche Momente sind es, die bleiben!“ waren die Klassenlehrer sich einig, als sie von ihren Erinnerungen berichteten. Vorbildlich hätten sich die Schüler auch bei dem Besuch in Dachau verhalten. Besondere Ehrung gab es für vier Schüler, die herausragende Leistung gezeigt hatten: Ein kleines Geschenkbuch bekamen Milana Tkachenko, Luke Manes, Fabian Hahn und Fridolin Flocke.
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