Bielefeld. Der Glasfaserausbau in Bielefeld geht weiter: Parallel zu den bereits laufenden Arbeiten in Stieghorst, Oldentrup und Heepen nehmen Bitel und Westconnect nun Milse und Baumheide in Angriff. Mehr als 7.500 Haushalte in den beiden Stadtteilen sollen künftig mit Glasfaseranschlüssen im Internet surfen können. Je nach Tarif sind damit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde möglich.
Die Arbeiten haben jetzt begonnen. Zunächst wird die grundlegende Trasse hergestellt, über die das künftige Glasfasernetz erschlossen werden soll. Am Kreisverkehr an der Milser Straße ist zudem der zentrale Netzknotenpunkt vorgesehen, der sogenannte „Point of Presence“, kurz POP. Das Technikgebäude soll später errichtet werden und dient dann als Steuerzentrale des Netzes. Der Standort liegt auf einem Grundstück von Mobiel – wie Bitel ebenfalls eine Tochter der Stadtwerke Bielefeld – in unmittelbarer Nähe zur Stadtbahn.
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„Voraussichtlich ab Weihnachten können die ersten Kundinnen und Kunden das Netz nutzen“, sagt Bitel-Geschäftsführer Alex Kraus. Grundlage für den Ausbau ist die Vermarktungsphase aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt können in Milse und Baumheide rund 2.500 Gebäude angeschlossen werden, mehr als die Hälfte der Eigentümer habe sich bereits für einen Anschluss entschieden.
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„Wenn der Bagger vorbei ist, ist er erst einmal vorbei“
Für Birgit Büscher, Kommunalmanagerin bei Westconnect, ist die vorgelagerte Vermarktung inzwischen ein bewährtes Modell. „Das entspricht auch der Erwartungshaltung der Bürger.“ Schließlich solle für den Bau der Hausanschlüsse der Aufwand möglichst gering gehalten werden. „Das ist ja auch ärgerlich für alle, wenn der Bürgersteig dreimal aufgemacht werden müsste.“ Entsprechend appelliert sie an die Entscheidungsfreude der potenziellen Glasfaser-Kunden: „Wenn der Bagger vorbei ist, ist er erst einmal vorbei.“ BITel und Westconnect bauen in Bielefeld gemeinsam aus. Während das Unternehmen aus Essen dabei den Ausbau der Infrastruktur übernimmt, sind die Bielefelder für die Vermarktung der Hausanschlüsse und Tarife zuständig.
An der Straße „Auf dem langen Kampe“ liegt die Glasfaser bereits unter den Bürgersteigen.
| © Oliver Krato
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Dass inzwischen auch andere Anbieter in einzelnen Bereichen aktiv sind, ändert an den Plänen für Milse und Baumheide nach Angaben der Unternehmen nichts. Zwar sei es grundsätzlich sinnvoll, doppelte Infrastruktur zu vermeiden, sagt Kraus. Sollte jedoch ein Mitbewerber an gleicher Stelle aktiv werden, tut das der Sache keinen Abbruch: „Wir bauen hier – und wir ziehen das auch durch“, sagt Kraus. „Da stehen wir im Wort.“ Sollte bereits „fremde Glasfaser“ im Boden liegen, ist das dann auch kein Hindernis: „Da bauen wir dann im Zweifelsfall drüber.“
Der Ausbau des modernen Netzes folgt derweil einer technischen Logik. Vom Bereich Stieghorst aus arbeiten sich BITel und Westconnect weiter vor. Einer der zentralen Punkte sei ein „Backbone-Anschluss“ im Bereich des Lipper Hellwegs. „Von dort aus arbeiten wir uns mit dem Licht im Rücken Stück für Stück voran“, sagt Peter Brautlecht, Regionalmanager Nord von Westconnect. In Stieghorst seien bereits rund 1.000 bis 1.500 Haushalte angeschlossen, bis Ende des Jahres sollen es etwa 2.000 sein. Auch in Heepen laufen die Arbeiten; dort war der Ausbau im Februar 2025 gestartet. Der dortige Netzknotenpunkt soll nach Angaben von Birgit Büscher in diesen Tagen in Betrieb gehen.
Kupferleitungen haben einen enormen Stromverbrauch
Für den Wechsel von Kupfer auf Glasfaser spricht aus Sicht der Unternehmen neben höheren Übertragungsgeschwindigkeiten auch die langfristige Ablösung der alten Leitungen. Die Wartung könne nicht ewig garantiert werden, zudem brauche Kupfer „unglaublich viel Strom“, wie Kraus erläutert. „Der ökologische Footprint ist enorm.“ Wann und wo die alte Technik tatsächlich zurückgebaut werde, hänge vom weiteren Ausbau der neuen Netze ab.
Der Glasfaser Verteiler in Heepen Hassebrock/Ecke Salzufler Straße steht bereits.
| © Jörg Dieckmann
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Während in Milse und Baumheide nun die Bauarbeiten dafür starten, ist der Glasfaserausbau in Jöllenbeck abgeschlossen. Dort stehen die Anschlüsse nach Angaben der Stadtwerke im gesamten Ausbaugebiet zur Verfügung. Gut die Hälfte der rund 3.000 Gebäude im Ausbaugebiet nutzen bereits die neuen Anschlüsse. Insgesamt geht es dort um rund 6.000 Haushalte. Die Stadtwerke hatten den Ausbau in Jöllenbeck seit September 2023 in vier Bauabschnitten umgesetzt. Nach Unternehmensangaben wurden dafür rund 60 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt. Die ersten Kunden gingen bereits im Dezember 2024 ans Netz, inzwischen können alle angeschlossenen Haushalte mit Glasfasergeschwindigkeit surfen.

