Von Streuobstwiesen
Apfelwein aus Ostfriesland macht Frankfurt Konkurrenz
06.07.2026 – 16:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Apfelwein (Symbolbild): Gerade in Alt-Sachsenhausen wird in den unzähligen Kneipen viel Alkohol getrunken. Mittlerweile aber auch in Ostfriesland. (Quelle: Andreas Arnold)
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Apfelwein gilt als Frankfurter Markenzeichen. Ein Ehepaar aus dem hohen Norden bringt nun eine eigene Variante in den Handel und expandiert immer mehr.
Apfelwein gehört zu Frankfurt wie Goethe – doch jetzt entsteht in Ostfriesland eine Kelterei, die der Mainmetropole Konkurrenz machen will. In Amdorf bei Leer haben der Onkologe Lothar Müller und die Pflegedienstinhaberin Eva Dengler eine „Siderei“ aufgebaut und bringen den ersten ostfriesischen Apfelwein auf den Markt, wie die „Nordwestzeitung“ berichtet.
Unter dem Namen „Amdörper Side“, angelehnt an das französische Wort Cidre, verkaufen Müller und Dengler fünf Sorten. In einer Region, in der Apfelwein bislang kaum verbreitet ist, seien die ersten Reaktionen laut Müller zunächst skeptisch gewesen: „Sauer wie Essig“ habe das erste Urteil gelautet. Beim zweiten Versuch habe es dann „frisch“ geheißen.
Streuobstwiese mit 1.000 Bäumen
Vermarkten will das Paar den Side nach eigenen Angaben zwischen Küste und Oldenburg – mit dem Frankfurter Äbbelwoi als klarer Referenz. Müller formuliert dazu einen kulturellen Anspruch: „Wir wollen ein Stück Kultur schaffen. Die Hessen haben den Äbbelwoi. Wir haben Qualität.“
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Den Anstoß habe die Sorge um schwindende Streuobstwiesen gegeben. „Meine Frau und mich störte, dass Streuobstwiesen verschwinden, weil die Äpfel nicht genutzt werden“, sagte Müller der Nordwestzeitung. Die Äpfel kauft der Betrieb nach seinen Angaben von Streuobstwiesen aus einem Einzugsgebiet zwischen Aurich und Papenburg; zudem bewirtschaftet das Paar eine eigene Streuobstwiese mit 1.000 Bäumen.
Vor zehn Jahren begonnen
Begonnen habe der Betrieb vor rund zehn Jahren mit 600 Kilogramm Äpfeln, so Müller. Inzwischen seien nach seinen Angaben 30 Tonnen Äpfel, Birnen und Quitten verarbeitet worden. Die Kelterei verfügt nach Angaben des Betriebs über acht Stahltanks mit je 4.600 Litern und 58 Holzfässer zwischen 100 und 1.000 Litern. Die älteste Sorte, der Side Reservé, reife 44 Monate und enthalte zwischen fünf und 7,5 Prozent Alkohol.

