Der Auftritt löste schließlich scharfe Kritik aus. Am Montag veröffentlichte sein Büro eine kurze Erklärung des Premierministers. Darin hieß es: „Ich entschuldige mich uneingeschränkt für die Kommentare.“

Politiker wollen junge Menschen erreichen

Politiker treten in Australien, wie auch in vielen anderen Ländern, zunehmend in Podcasts, Onlineformaten und sozialen Medien auf. Sie wollen damit junge Zielgruppen erreichen, die klassische Nachrichteninterviews seltener verfolgen. Solche Auftritte sind oft persönlicher und lockerer als Gespräche in großen TV- oder Radiosendungen.

Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Für einen Regierungschef, der nahbar erscheinen will, ist ein solcher Auftritt eine Gratwanderung. Aussagen, die in einem Comedyformat spontan oder scherzhaft gemeint sind, können politisch schnell problematisch werden, besonders, wenn es um Sexismus, Rollenbilder oder den Respekt vor dem Amt geht.

Die unabhängige Abgeordnete Zali Steggall kritisierte den Auftritt laut „The Australian“ scharf. Es sei „völlig unangemessen, dass der Premierminister an einem solchen Spiel teilnimmt“. Albanese müsse lernen, dagegenzuhalten, mit gutem Beispiel voranzugehen und solches Verhalten als sexistisch zu benennen.

Auch die liberale Ministerin Sarah Henderson äußerte dem Bericht zufolge Kritik. Albaneses Äußerungen seien „respektlos gegenüber Frauen, peinlich für Australier und entwürdigten das Amt des Premierministers“.

Kylie Minogue - The O2 - 26.05.25.Vergrößern des BildesKylie Minogue (Archivbild): Der Popstar gilt nicht nur in Austalien als Ikone. (Quelle: IMAGO/Mark Cavill)

Regierung verweist auf Gleichstellungspolitik

Aus der Regierung bekam Albanese Rückendeckung. Arbeitsministerin Tanya Plibersek sagte dem Sender Channel Seven, sie habe das Interview nicht gehört. Sollte der Premierminister aber sagen, dass er ein Fan von Kylie Minogue sei, gehöre er damit wohl zu Millionen Australierinnen und Australiern – sie selbst eingeschlossen.

„Ich bin ebenfalls ein großer Kylie-Fan“, sagte Plibersek. Zur Gleichstellung von Frauen in Australien erklärte sie: „Keine Regierung war dafür besser, und kein Premierminister war dafür besser.“

Kylie Minogue gilt als eine der erfolgreichsten australischen Künstlerinnen aller Zeiten. Weltweit verkaufte die 58-Jährige über 80 Millionen Tonträger mit Superhits wie „Can’t Get You out of My Head“ und „Padam Padam“.

Loading…

Loading…

Loading…