Mit Kusshänden in Richtung Publikum und herzlichen Umarmungen für die Mitwirkenden dankte Kostenpflichtiger Inhalt Opernsänger Hayk Deinyan für das ihm geschenkte Abschiedskonzert mit dem Titel „Hajoghutyun Hayk! Alles Gute, Hayk!“. Nach 25 Spielzeiten als Mitglied des Opernensembles am Theater Mönchengladbach und Krefeld geht der Bassist in den Ruhestand. „Ich liebe euch alle“, rief er am Sonntag, 5. Juli. Der offiziellen Verabschiedung zum Trotz verschwindet Deinyan aber nicht ganz von der Bühne. Hin und wieder soll er in den nächsten Spielzeiten dort zu sehen sein – so zumindest lautet das Versprechen des Generalintendanten Michael Grosse.

Grosse dankte Deinyan für schöne Erinnerungen an gemeinsame Auftritte. „Du warst ein super Kollege mit viel Herz. Du hast große Partien gesungen, Könige gespielt, aber auch in kleineren Rollen die Manege für Könige gekehrt. Du bist ein Mensch mit Haltung und du bist uns allen sehr ans Herz gewachsen“, sagte Grosse und überreichte Deinyan ein Buch, in dem sämtliche „Helden“ und wenige „Schandtaten“ aus dessen Zeit am Theater zusammengefasst sind.

Kolleginnen und Kollegen würdigten Hayk Deinyan gesanglich

Gesangskolleginnen und Kollegen banden Deinyan unter Begleitung der Pianistin Mareike Jörling einen Strauß aus Arien, Liedern und Erinnerungen an persönliche Begegnungen. Dabei sorgten kleine Sessel auf der Bühne für ein scheinbar zwangloses Beisammensein. An die Rückwand projizierte Fotos erinnerten in Zeitraffer an frühere Aufführungen unter Deinyans Mitwirkung. Das Publikum war dem Geschehen auf der großen Bühne nah.

Die Mezzosopranistin Eva Maria Günschmann erzählte vom qualvollen Lampenfieber vor ihrem ersten Auftritt als Eboli in „Don Carlo“. Deinyan habe sie im letzten Moment mental unterstützt und so gerettet. Daher widmete Günschmann ihm das Schleierlied der Eboli. Und auch der Bariton Rafael Bruck sagt, er habe von Deinyans komödiantischem Talent profitiert. Dabei machte er seinem Lehrmeister mit einer witzig und dabei ausdrucksvoll vorgetragenen Mozart-Arie alle Ehre.

„Die vier Tenöre“ Kairschan Scholdybajew, Irakli Silagadze, Ramon Mundin und Woongyi Lee verwöhnten mit stimmgewaltigen Beiträgen, teilweise erweiterte Deinyan die Gesangseinlage zu einem Quintett. Später lauschte er Sofia Poulopoulous aufforderndem Tanzlied, um sich schließlich selbst im Rhythmus zu drehen. Susanne Seefing sang für ihren mehrfachen „Bühnenvater“ das Kusslied des Cupidos aus „Orpheus in der Unterwelt“. Beim Kusslaut brachte sich auch das Publikum ein. Bassist Matthias Wippich wünschte mit kraftvoller Stimme Gesundheit, Glück und nach Art des Baculus‘ aus dem „Wildschütz“ einen Geldsegen von „Fünftausend Taler“.