Halle. „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum“, lässt Goethe seinen Mephisto im berühmten „Faust“ sagen. „Wir hoffen, dass wir euch nicht nur Theorie mitgegeben, sondern euch auch auf das Leben vorbereitet haben“, verabschiedete sich jetzt Gesamtschulleiter Matthias Geukes beim diesjährigen Abiturjahrgang.
„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, sei ein Satz, den die Abiturienten schon öfter in ihrer Schullaufbahn gehört hätten. „Dieser Anlass ist aber ein besonderer: Das Kapitel Schule ist in dieser Form für euch erst einmal vorbei“, so Matthias Geukes.
„Ihr seid jetzt alle volljährig, habt euch zu eigenständigen Personen entwickelt“, führte der Schulleiter weiter aus. Für die Zukunft hoffte Geukes, dass die jungen Männer und Frauen die Zeilen des US-amerikanischen Schriftstellers Ralph Waldo Emerson beherzigen: „Geh nicht dorthin, wo der Weg hinführen mag, sondern dorthin, wo es keinen Pfad gibt, und hinterlasse eine Spur.“ Geukes forderte den Entlassjahrgang auf, stolz und mutig eigene Spuren zu hinterlassen.
Halles Bürgermeister verweist auf viele Möglichkeiten
Einen ähnlichen Rat legte Thomas Tappe den Abiturienten ans Herz: „Für Sie öffnet sich nun eine Vielzahl an Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass Sie bereit sind, ihren Weg zu gehen“, so der Bürgermeister. Dabei sei nicht immer der Leistungsgedanke der einzige Kompass. „Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben“, zitierte Tappe Eleanor Roosevelt, US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Gattin des Präsidenten Franklin D. Roosevelt, der von 1933 bis 1945 regierte. „Wichtig ist, die kleinen Momente nicht unbewusst verstreichen zu lassen. Ein gutes Gespräch, ein freundliches Wort, ein gemeinsames Lachen“, zählte Thomas Tappe einige Beispiele, die einen Tag wieder zum Strahlen bringen können. „Bewahren Sie sich ihre Menschlichkeit“, forderte der Bürgermeister die Entlassschüler auf. Die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, seien vielfältig: im Sportverein, in der Freiwilligen Feuerwehr, bei Naturschutzverbänden oder auch in der Kommunalpolitik, nannte Tappe einige Einsatzmöglichkeiten.
Elternvertreter Constantin Freiherr Teuffel von Birkensee erinnerte an die Anfänge des Abiturjahrgangs an der Gesamtschule. Nicht bei allen sei nach der Grundschulzeit die Allgemeine Hochschulreife als Abschluss prognostiziert worden. „Daran erkennt man, dass die Bewertungen nach der Grundschule nicht viel aussagen“, so Teuffel von Birkensee. „Die Leistungen, die ihr erbracht habt, sind sehr, sehr groß und verdienen unseren ganz großen Respekt.“
Während ihrer Zeit an der Gesamtschule hätten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Matheformeln, Gedichte oder historische Daten gelernt. „Ihr habt auch das Miteinander geübt und gelernt, Rückschläge hinzunehmen“, so der Elternvertreter, der sich wünschte, dass sich die Abiturienten auch in Zukunft nicht von Fehlern entmutigen lassen. „Ohne Fehler zu machen, erreicht man seine Ziele nicht“, war sich Teuffel von Birkensee sicher. Nicht von ungefähr sei das Wort Fehler ein Anagramm für Helfer.
Die Absolventen
Mathilda Bölle, Louis Otto Decker, Miena Ebert, Rouaa El Amery, Raghd Hummada, Alexander Janzen, Ken Kari, Lennart Lindner, Evelyn Mann, Mia Madleen Palt, Maximilian Schäffer, Bastian Schirmacher, Amira Keder Sis, Mia Spitzer, Luisa Josefine Stratmann, Leon-Dominic Vogt, Lucie Wilmsen.
Aktuelle News bekommen Sie täglich über den WhatsApp-Kanal des HK