Nach langem Hin und Her hat der britische Billigflieger Easyjet jetzt doch ein Angebot des US-Investors Castlelake angenommen. Für etwa 6,1 Milliarden Euro soll Easyjet an das US-amerikanische Unternehmen gehen, teilten die Unternehmen am Sonntag gemeinsam in London mit. Verbindlich ist der Deal trotzdem bisher nicht. Bis zum 5. August muss Castlelake ein verbindliches Angebot vorlegen. Sollte Easyjet das Angebot annehmen, könnte es auch für die Easyjet-Fluggäste in Bayern Änderungen geben.

Neue Investoren könnten Landerechte weiterverkaufen und Airline einstampfen

Der Hauptwert einer Airline liegt in ihren Landerechten, sogenannten Slots. Zu den attraktivsten Vermögenswerten von Easyjet zählt zudem eine Flotte moderner Flugzeuge des Typs Airbus A320. Castlelake könnte als Investitionsfirma darum daran Interesse haben, die britische Billigairline in ihre Bestandteile aufzuteilen und zu verkaufen. Beispiel Insolvenz von Air Berlin: 2017 hatte Lufthansa die Flotte von Air Berlin übernommen und Easyjet die Landerechte gekauft.

Sollte Castlelake so vorgehen, würden die Verbindungen natürlich weiter bestehen bleiben, allerdings von anderen Airlines betrieben werden. In Bayern fliegt Easyjet aktuell nur vom Flughafen München (MUC) ab.

Neun Verbindungen nach München – auch in Nürnberg soll Easyjet bald landen

Diese Verbindungen fliegt Easyjet aktuell von München aus:

  • München nach Bristol, England
  • München nach Edinburgh, Schottland
  • München nach London Gatwick, England
  • München nach London Luton, England
  • München nach London Southend, England
  • München nach Mailand Malpensa, Italien
  • München nach Manchester, England
  • München nach Neapel, Italien
  • München nach Rom Fiumicino, Italien

Zudem hatte Easyjet erst jüngst angekündigt, dass auch Nürnberg an ihr Flugnetz angeschlossen werden sollte. Die britische Billigflug-Airline soll vom Nürnberger Flughafen sowohl Direktflüge an Londoner Flughäfen anbieten, als auch eine Verbindung nach Mailand. Ob es dabei bleibt?

Erst einmal ist sicher: Das US-Unternehmen benötigt Partner, um eine Mehrheitskontrolle über eine europäische Fluggesellschaft zu übernehmen. Deswegen wird Castlelake laut der Deutschen Presse Agentur zufolge mit den Luftfahrtmanagern Peter Bellew und Mark Breen zusammenarbeiten. Bellew war früher bei Easyjet, bevor er das Unternehmen 2022 abrupt verließ. (Mit AZ)