Ein U-Boot in einem Dock

AUDIO: NDR Info Nachrichten (3 Min)

Stand: 06.07.2026 23:06 Uhr

Der Kieler Marineschiffbauer TKMS hat einen milliardenschweren Großauftrag aus Kanada erhalten. Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter soll bis zu zwölf U-Boote nach Nordamerika liefern. Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte.

Der deutsche Hersteller stach bei dem Geschäft, das Arbeitsplätze an der Ostseeküste sichert, einen südkoreanischen Konkurrenten aus. Kanadas Premierminister Mark Carney verkündete die Entscheidung vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel in Ankara.

Keine Angaben zum Auftragsvolumen

Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Kanada erhält von der Werft U-Boote des Typs 212CD. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Die Buchstaben „CD“ stehen dabei für das gemeinsame Design („Common Design“). Diese Baugleichheit soll die Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich nun Kanada als dritter großer Partner anschließt.

Zum Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Dies dürfte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber allein für die U-Boote inklusive Service auf rund 20 Milliarden Euro belaufen. Wartung und Betrieb eingerechnet gehe es für die nächsten Jahrzehnte um ein Finanzvolumen von 100 Milliarden kanadischen Dollar (rund 62 Mrd. Euro), berichteten kanadische Medien.

Boote sollen in Kiel und Wismar gebaut werden

TKMS zählt zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Nach früheren Angaben von TKMS will Kanada die ersten neuen Boote spätestens 2035 in Betrieb nehmen. Zuletzt hatte sich aber angedeutet, dass eine erste Auslieferung früher erfolgen könnte.

Die High-Tech-Boote will die Werft sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Beschäftigte, darunter rund 3.300 in Kiel. Weiterer Standort neben Kiel und Wismar ist Itajaí in Brasilien.

Pistorius begrüßt kanadische U-Boot-Entscheidung

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die kanadische Entscheidung zur Beschaffung deutsch-norwegischer U-Boote als Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit begrüßt. Die zukünftige U-Boot-Flotte der drei Nationen sei wesentlicher Pfeiler in der Strategie der Nato zur Sicherung des hohen Nordens und sichtbarer Beitrag zur Lastenteilung im Bündnis, erklärte der SPD-Politiker vor dem Beginn des Nato-Gipfels.

Die Werft in Wismar.

Auf der TKMS-Werft soll der U-Boot-Bau im September beginnen. Eine neue Druckkörpertaktstraße wird bereits erprobt.

TKMS von oben

Das Unternehmen meldet Rekordaufträge und ein Umsatzplus. Weitere Aufträge aus Kanada und Indien seien möglich.

Grafik: Eine Sprechblase, in der die Kontur des Landes Schleswig-Holstein abgebildet ist.

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